2 Wochen Kroatien 2008

So gings los

26.04.2008

Das Großraumtaxi wartete am Flughafen von Split auf uns. Kurzer Blick in den sonnigen Himmel, Klamotten ins Auto, und schon ging der Tiefflug los in Richtung Marina (so heißt der Ort!). Der Hafen und die Charterbasis machten einen landestypischen Eindruck – in der Ruhe liegt die Kraft.

Da waren wir also. 6 Leute aus Norddeutschland. Endlich segeln, endlilch Sonne. Da einige von uns schon öfter zusammen segelten, waren die Aufgaben schnell verteilt: bunkern (ein Supermarkt ist in Sichtweite), stauen, Abnahme – und dann erstmal ein kleiner Willkommenstrunk!

Da wir ja zwei Wochen Zeit hatten, begann dieser Törn mit einem gemütlichen Abend im Starthafen. Aklimatisation ist ja auch wichtig…

 

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Raus aufs Wasser

27.04.2008

Am nächsten Tag gings los, wir waren heiß auf die Adria – aber die war Ende April noch saukalt. Von einem Bad im Mittelmeer hatten wir uns schon innerlich verabschiedet.

Mit einer leichten Brise gings durch die Bucht vor Split Richtung Hvar, unserem ersten Zielhafen. Wir gewöhnten uns ans Schiff – übrigens eine Bavaria 44 – und genossen einfach das segeln in der Sonne. Der Kahn war gut ausgestattet und in einem ordentlichen Zustand. Die Spannung stieg etwas, als wir langsam auf die Enge zwischen Solta und Brac zuliefen. Wir waren zwar noch nie hier, aber die Segelerfahrung sagte uns natürlich , dass da wohl ne anständige Düse auf uns warten würde. Die kleinen weißen Punkte auf dem Wasser, die man durchs Fernglas hinter der Enge sehen konnte, ließen uns dann auch gleich mal die Reffleinen von Rollgroß und -fock durchholen. Die Schiffe vor uns grüßten auch schon ordentlich nach Lee, und schlagartig waren wir auch dran. Schon ein irres Gefühl, wenn sich so ein nicht mehr ganz so kleines Schiff langsam aber stetig immer weiter auf die Seite legt und keiner so genau weiß, wie weit denn eigentlich. Und noch ein Stück weiter, bis das Schanzkleid und das Laufdeck gespült wurden. Dann war die erste Böe abgefedert und der Ritt ging los. Hier “draußen” vor den Inseln waren doch andere Verhältnisse als dahinter. Konstant 6 Bft. mit einzelnen Böen wehten uns von Steuerbord voraus entgegen. Mit entsprechender Lage stampften wir durch die Wellen Richtung Hvar, bis es uns doch zu ungemütlich wurde. Also die Segelfläche noch etwas verkleinern, nicht ganz so viel Höhe laufen und vor allem warme Klamotten an. Wie gesagt, die Adria war noch saukalt.

In der Bucht von Hvar hatte sich ne schöne Dünung aufgebaut. Aber wir liefen ja raumshots ein und konnten sogar ein wenig surfen mit unserem großen Eimer. Bis kurz vor dem Hafen, als die nötigen Segelmanöver fällig waren. Also ab in den Wind zum reffen. Ja, wenn sich denn nicht die Reffleine in der Rolle verklemmt hätte. Also mußte einer nach vorne – unser Skipper war dran. Mit AK voraus drehte das Schiff langsam in den Wind, und schon stand der Skipper bis über die Knie im Wasser. Nach kurzer Fummelei klappte es dann doch und wir liefen in einen recht gefüllten Hafen ein. Neben uns dicht unter der Küste lief ein Segler mit zerfetztem Groß Richtung Hafen. Da hat es wohl nicht mehr so richtig geklappt.

Die Liegeplätze waren natürlich belegt, und so gingen wir im Hafenbecken vor Anker. Dort wurde es richtig eng in den nächsten zwei Stunden. Immer mehr Schiffe versuchten sich dort reinzudrücken, mehr oder weniger rücksichtsvoll mit mehr oder (eher) weniger seemännischem Weitblick, was Schwoikreise, Ankermanöver und das finden von Muringleinen mit dem Propeller anging. Es wurde einiges geboten.

Wir haben unser mitgemietetes Dingi gewassert, den kleinen Quirl angebaut und sind, immer zu zweit oder zu dritt, bei ordentlich Schwell an Land geeiert. Mit so einem Gummiteil bei Welle an einer Hafenmauer anzulegen und dann auszusteigen ist irgendwie ne ganz andere Sportart als segeln…

Die Fischplatte direkt am Hafen und das kühle Bier dazu ließen dann den ersten Tag gut ausklingen. Hvar ist ne Reise wert, die Stimmung der Crew war gut.

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Richtung Süden

28.04.2008

Am nächsten Tag ging es in Richtung Korcula weiter. Eine ganze Flotte Charteryachties nutzte den raumen Wind, um Strecke zu machen. Da viele von denen direkt nach Korcula einlieft, liefen wir daran vorbei und versuchten unser Glück in Lumbarda. Da war es ähnlich voll, aber mit etwas Überredungskunst haben wir den Hafenmeister (war keiner, aber er war der einzige, der dort anzutreffen war und im Hafen arbeitete) davon überzeugt, dass wir am Kopf eines Steges festmachen können, ohne die Murinleinen zu kappen. Der Hafen war voll, weil noch niemand losgefahren war. Die Segelsaison war zwar schon im Gange, aber zumindest dieser Hafen war noch im Winterschlaf. So haben wir dann unsere Bootsdusche anstatt der Sanitäranlagen genutzt und haben uns an Bord verpflegt. Die Auswahl ist am Anfang des Törns ja immer hervorragend, und die Whisky-Vorräte wollten ja auch mal beachtet werden.

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Richtung Süden (2)

29.04.2008

Wir wollten nach Dubrovnik und vielleicht weiter nach Montenegro segeln. Das Wetter war durchaus mittelmäßig bis schlecht, es regnete etwas und wir hatten Wind und Welle mal wieder schräg von vorne. Segeln wollten wir trotzdem. Das haben wir dann auch ne Weile gemacht, bis man irgendwann merkt, dass auf diese Weise das Tagesziel nicht zu erreichen ist. Ich spare mir mal weitere Details, denn mit Motor an bei Regen zu fahren, muss man nicht näher beschreiben. Ziel war die Bucht von Sipanska Luka.

Nun ja, dort war es genauso verregnet. Die Klamotten und das Schiff waren nass, die wenigen Anlegemöglichkeiten besetzt. Also wieder vor Anker. Draußen tropfte es, drinnen wurde ein schottischer Abend zelebriert.

Bei solchen Gelegenheiten zeigt sich, ob die Chemie in der Mannschaft stimmt oder nicht. Denn es sitzen 6 Erwachsene auf 4 qm über längere Zeit zusammen. Na klar, das tun sie freiwillig und im Urlaub. Aber auf einem Schiff lernt man sich erst so richtig kennen – und weglaufen ist nicht. Schön, dass unsere chemische Zusammensetzung keine explosive Mischung ergibt!

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Dubrovnic

30.04.2008

Dubrovnic naht. Die Einfahrt in die schmale Bucht unter der Hochbrücke durch mit Dubrovnic auf der Steuerbordseite ist schon eindrucksvoll. Die Altstadt auf dem Berg bildet eine schöne Kulisse als Gegensatz zur modernen Brücke und den dicken Kreuzfahrern darunter im Industriehafen von Dubrovnic.

Wir fahren weiter hoch bis nach Komolac in einen erstklassigen Yachthafen. Die Ausstattung dort ist super. Perfekter Liegeplatz, sehr gut Sanitäranlagen und eine romantische Umgebung in dem sich langsam verengenden Taleinschnitt. Die Busverbindung nach Dubrovnic ist nahe dran und einfach.

Also ab in die Altstadt. Ohne jetzt in eine Stadtführung abzudriften, aber die Zeit für einen Rundgang auf der Stadtmauer und auch kreuz und quer durch die Gassen sollte man sich schon nehmen. Wir fanden es dort so angenehm, dass wir dort einen Hafentag einlegten und die Altstadt erforschten. Dabei haben wir Schilder mit Hinweisen auf die Folgen des letzten Krieges gefunden. Neben den Darstellungen, welche Gebäude dabei zerstört wurden, wurde dort im Text Montenegro als Aggressor bezeichnet. Wir gewannen den Eindruck, dass die Beziehungen zwischen den beiden Staaten wohl noch nicht wieder so ganz unbelastet sind. Zusammen mit den recht hohen Kosten für die Einreise nach Montenegro haben wir von unserem ursprünglichen Plan Abstand genommen und nun Dubrovnic als südlichsten Punkt unseres Törns festgelegt. Bereut hat es keiner, denn Dubrovnic ist wirklich schön.

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langsam zurück

02.05.2008

Bevor es nun langsam wieder Richtung Norden ging, mußten wir noch eine kleine Reparatur durchführen. Unterwegs hat eine der beiden Toiletten ihre Funktion eingestellt. Es war mal nicht die sonst übliche Verstopfung, sondern man konnte nicht mehr abpumpen, nur hin- und herpumpen. Aber wir hatten ja Bernd, den Ingenieur. Deshalb war schnell klar, wer denn das Klo auseinander bauen muss. Mit fachmännischem Blick und etwas zu dicken Fingern war dann schnell eine kleine aber gebrochene Feder, die eine Gummilamelle gegen einen Rohrdurchlass drücken soll, als Ursache gefunden. Mit der in den Bootsunterlagen vorhanden Risszeichnung der Toilettepumpen (im Ernst, sowas war an Bord – vorbildlich!) haben wir beim Hafenmeister auch tatsächlich eine passende Feder bekommen und die Toilette reparieren können. Das sorgte im Bordalltag doch sehr für Erleichterung – in jeder Hinsicht. Nun nochmal kurz die Vorräte ergänzt, Diesel und Wasser in die Tanks und los.

Wir haben eine kurzen Schlag in die Bucht von Slano gemacht. In unserem Törnführer über Kroatien wurde von dort sehr positiv berichtet. Wir hielten Ausschau nach einem Restaurant am Nordufer mit eigenem Anleger. Das war auch nicht schwer zu finden, ehr schwer anzusteuern. Denn die Wassertiefe war noch gerade so ausreichend für unser Schiff. Der relativ neue Anleger sah aber gut aus, und die übliche Betonkante unter Wasser sieht man erst, wenn man fast dran ist. Nach ein paar Manöver hin und her und mit langen Festmachern hatten wir am Restaurant festgemacht. Und dann kam die Überraschung. Bevor die letzte Leine aufgeklart war, stand die überaus nette Bedienung mit einem Tablett in der Hand auf dem Anleger und begrüßte uns mit einem einheimischen “Anleger”. Selbst die im Spaß gemachte Aufforderung, dem letzten Mitsegler den Drink an Bord zu servieren, kam die sehr nette Kellnerin spontan nach und balancierte mit dem Tablett über die übliche schmale Gangway ins Cockpit.

Das war ne Begrüßung vom Feinsten. Wir haben natürlich gleich einen Tisch für uns bestellt, was ja auch selbstverständlich ist, wenn man dort anlegt. Bevor das Abendessen losging, sind wir mit dem Dingi nach Slano gelärmt, weil das Bier immer schneller alle ist als kalkuliert. So ein kleiner Außenborder kann ja ganz schön nerven!

Die Bewirtung im Restaurant war absolut super! Sehr gutes Essen, gemütliche Atmosphäre und trotzdem bezahlbar. Ich kann diesen Tip aus dem Reiseführer nur bestätigen, das Restaurant heißt “Nono”, was man auch an der Dekoration des Nachtisches lesen kann.

 

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Korcula

03.05.2008

Nach einem leckeren Frühstück haben wir uns von unserem bisherigen Lieblingsrestaurant verabschiedet und uns vorgenommen, dass wir bei der nächsten Gelegenheit hier wieder einlaufen wollen.

Der Törn ging weiter nach Korcula, diesmal direkt in die Alstadt in den Südhafen. Da unser Timing stimmte, also die neu gestarteten Charteryachten noch nicht da waren und die “Einwöchigen” schon wieder weg waren, hatten wir Platz genug und konnten uns den Liegplatz aussuchen. Im Hafen wehte es auch ganz ordentlich, weil der Wind zwischen Festlandszunge und Insel durchfegt. Also gleich rückwärts in den Hafen und mit beherztem Motoreinsatz in die Parklücke. Wer zögert, verliert, wie wir am Nachmittag noch des öfteren beobachten konnten.

Hier folgte der zweite Hafentag, denn auch hier lädt die Altstadt zum verweilen und genießen ein. Lecker Essen und Trinken geht überall. Und ein Spaziergang außerhalb des Relingszaunes kommt hier auch ganz gut. So nutzt auch der Eine oder Andere die Gelegenheit, mal für ne Stunde alleine zu sein und die Gedanken schweifen zu lassen. So geht Urlaub! Die Stimmung in der Crew ist immer noch gut, auch wenn bei Landgängen die Interessen durchaus mal unterschiedlich sind. Das muss so sein und wird akzeptiert. Die Entdeckungen wurden dann während des “schottischen” Abends (was sich auf die Getränkeauswahl bezieht) besprochen.

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Tucepi

05.05.2008

Bevor es richtig los ging, haben wir nochmal ne Runde durch den Nordhafen von Korcula gedreht, denn die ins Meer ragende Altstadt mußte natürlich von fast allen Seiten fotografiert werden. Die Digicams haben ja fast unendlich Speicherkapazität…

Mit einer leichten Brise ging es dann zwischen der Insel und der Landzunge in Richtung NW, um dann um die Landzunge nach NO zur Küste zu segeln. Der Wind wurde mit jedem Tag weniger, also mußte öfter mal der Motor bemüht werden. Mal unter Segeln, mal mit Maschine erreichten wir Tucepi. Ein kleiner Küstenort, aber wiederrum mit einer Empfehlung in unserm Kroatien-Buch für ein ganz bestimmtes Restaurant. Da wir mit diesen Empfehlungen bisher gute Erfahrungen gemacht haben, wollten wir uns das hier auch mal ansehen. Da der Ort mit der Promenade recht übersichtlich ist, haben wir auch schnell unser Ziel gefunden. Auch hier stimmte die Empfehlung mit der Realität überein. Wir haben den Inhabern dann gezeigt, dass ihr Restaurant in einem Reiseführer für Segler empfohlen wird, was sie natürlich sehr gefreut hat. Und man kommt darüber leicht und locker ins Gespräch mit allen Beteiligten. Zum Urlaub gehört ja auch, dass man mal Leute kennenlernt und nicht nur dran vorbeisegelt.

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Stari Grad

06.05.2008

Wir hatten noch ein paar Ziele auf dem Törnplan, also ging es wieder los an der Südküste von Brac entlang. Wir wollten unbedingt am Goldenen Horn vorbei. Dort haben wir ne kleine Pause gemacht für einen Snack und einen Haufen Fotos. Weil man von Deck so gut wie nichts erkennt von diesem Strandstück wurde einer von uns in die Mastspitze verholt, um die gewünschten Panoramafotos zu machen. Dort haben wir den ersten Menschen im Wasser baden gesehen – für ca. 1 Minute. Wir ließen uns lieber noch etwas die Sonne auf den Leib brennen, bevor es weiterging nach Stari Grad.

Wir kamen in einem gemütlichen Hafen an ohne viel Trubel, aber einer Menge kleiner Hafenkneipen. Nach kurzer Zeit hatten wir unseren persönlichen Wachhund am Anleger. Irgendwie roch es wohl nach leckerem Essen bei uns. Und natürlich gabs auch bald das eine oder andere Stückchen für den Strassenköter, der mit jedem Bissen zutraulicher wurde. Ein Bordhund ist zwar auch ganz reizvoll, aber soweit wollten wir es dann doch nicht treiben.

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Milna

07.05.2008

Aus der Bucht von Stari Grad gab es mal wieder ein bißchen Wind für uns, so dass wir mit etwas Druck in den Segeln wieder in Richtung der Düse vom ersten Tag segeln konnten. Die Düse war aber diesmal ausgestellt, so dass es uns nur langsam in Richtung Milan fächelte. Kaffeesegeln bei schönstem Wetter, auch mal nicht schlecht.

In Milna habe wir dann festgestellt, dass die Beschreibung im Reiseführer leider nicht mehr ganz aktuell ist. Die schöne Kirche, die im Buch abgebildet ist, ist inzwischen abgebrannt.

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