Schottland, Whisky und Meer

N 56° 37' W 06° 04'

Parade of Sails

12.07.2009

Endlich wieder auf See. Die erste „Function“, den ersten offiziellen Part haben wir gestern absolviert. Morgens frische Lebensmittel für die nächsten 4 Tage gebunkert und bei der Gelegenheit auch gleich den Kühlschrank komplett gesäubert. Dann auf zum Skipper Briefing. Helmut und Sven sind wegen Platzmangel nicht zugelassen und parken im nächsten Pub zwischen. Danach gibt es eine Einweisung was uns im Bezug auf Wild Life Kontakte erwartet und wie man damit umgehen soll. Die anschließenden Reviertipps verpassen wir, da der Programmablauf völlig hinterher hängt und wir uns für 16:00 zur Destilleryführung angemeldet hatten. Danach 2 Stunden Zeit bis zum Abendempfang. Schnell zurück zum Boot, um uns in unsere neue Garderobe zu schmeißen. Dann der Schock am Strand: Unser Dingi hat in 2 Kammern Luft verloren. Wir schaffen es gerade noch mit 2 Fahrten an Bord zu kommen, dort erst mal Schadensanalyse. Unser Dingi können wir vergessen. Die original Nähte haben begonnen sich zu lösen, Versuche einer Reparatur scheitern – wir hätten sowieso kein Vertrauen mehr in die Sicherheit. Ein neues Dingi muss her, doch das Problem werden wir später lösen. Wichtiger ist: wie kommen wir von Bord, die Zeit drängt langsam. Das eingesetzte Wassertaxi hatten wir ja nicht bestellt und alle Versuche Kontakt mit ihm aufzunehmen scheitern. Doch die Götter sind mit uns: Das Taxi kommt von alleine zu uns und bringt uns zum Hauptpier. Pünktlich kommen wir zum Empfang und ziehen sofort die Aufmerksamkeit auf uns. Iris Du hast Recht: Gut gekleidet geht man einfacher durchs Leben. Auch die Pressefotografin hat uns gleich entdeckt, wir werden wohl frühzeitig auch auf der Webseite der Cruise zu sehen sein. Insgesamt 460  Cruiseteilnehmer sowie die Belegschaft der Destillery sowie die Mannschaft des Cruising Clubs machen sich dann über ein reichhaltig und liebevoll arrangiertes Buffet her. Die Atmosphäre ist sehr locker, die Kontaktaufnahme und Austausch mit anderen Crews fällt leicht und ist ein gewünschtes Element der gesamten Cruise.  Um 21:00 kommt dann die Pipeband und geleitet die Segler mit Musik zum Hauptpier der Stadt. Wir springen noch schnell auf einen Wein zu den inzwischen nur noch 2 Berlinern, die dort vertäut haben. Um 22:30 bringt uns dann das Wassertaxi wieder sicher an Bord – natürlich mit angelegten Rettungswesten (Healts and Safety lässt grüßen). Zufrieden lassen wir den Tag Revue passieren. Ein letzter Blick auf unsere Leinen, in der Nacht soll Regen und Wind bis 9bf durchgehen.

Heute also wieder segeln. Um 10:45 ist Sammeln zur Parade of Sails. Alle Boote fahren unter voller Beflaggung am Hauptpier vorbei, wo ein Dudelsackspieler die auslaufende Flotte verabschiedet. Das Wetter der Nacht hat Verspätung und so wird die Veranstaltung eine Regenpartie. Wir sind noch etwas unorientiert und als wir uns der Flotte in Richtung Sound of Mull anschließen, sind wir fast die letzten. Aber Wind kommt auf, 4-5, wir müssen sogar ein Reff setzen, der windige Helmut am Steuer und die neuen Segel – wir rollen das Feld von hinten auf. Segelspaß vom Feinsten. Dann kommt die Presse im Motorboot. 10 Minuten Showfotos im Arbeitsdress, dann geht die Regatta weiter. Leider wirft uns eine taktische Fehleinschätzung bezüglich des besten Windes wieder fast ans Ende., Trotzdem es bleibt ein herrlicher Segeltag, der beim Einlaufen in Tobermory noch mit Sonnenschein  und blauem Himmel getoppt wird. Pünktlich zum Anlegen schläft der Wind ein und die Stadt erwartet uns. Was sagt das Pilotbuch zur Stadt: The selection of pubs is one of its main attraction.


P.S.: Fürs Modeln gab’s sogar Bezahlung. Mehr später unter www.worldcruising.com/classicmaltscruise/index.aspx

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