Schottland, Whisky und Meer
Brixham
09.08.2009
Früh am Morgen die Ernüchterung: Kein Wind. Erst mal tanken fahren. Die Fahrt von Irland nach England war teuer. Wir tanken ca 72ltr nach und entsprechen damit 100% meiner Tankberechnung. Immerhin. Dann also mal wieder unter Motor dem nächsten Ziel entgegen. Die Bay of Tor soll es sein, auch wenn Helmuts Nachtbekanntschaft Dartmouth favorisiert. In der Bucht gibt es zwei Häfen, beide mit Liegeplätzen an Schwimmstegen. Bevor wir dort sind, müssen wir allerdings das Kap Start Point umrunden. Kurz davor passieren wir Salcombe und bekommen gratis das Spektakel einer Flugvorführung der Red Arrows geliefert. Über eine halbe Stunde lang brausen die Fighter in atemberaubenden Formationen und mit viel buntem Nebel vor und über uns hinweg. Da macht es nichts, dass wir am Kap mal wieder etwas zu spät sind und deshalb leichte Gegenströmung bekommen. Ich versuche per Telefon herauszubekommen, welcher Hafen welches Netz bietet, um Abends online zu sein. Schließlich habe ich für einen Monat Netzzugang bei Oceanwave bezahlt, die angeblich überall an der Südküste vertreten sind, und auch vom britischen Marineverband empfohlen werden. Wie sich herausstellt, haben beide Orte dasselbe Netz, aber eben nicht meins. Dann also in den ersten erreichbaren Ort, von dem wir auch schon eine Liegeplatznummer bekommen haben. Brixham wird als für England wichtiger Fischereihafen beschrieben ist aber nach unserer Einschätzung inzwischen ein weiterer Ferienort für Sommertouristen. Auf Empfehlung unseres Handbuches machen wir uns auf zum örtlichen Segelclub. Hier soll man herzlich willkommen sein und die Küche wird ausdrücklich gelobt. Aber die Tore sind verschlossen. Vor dem Club ein Passant, wie sich herausstellt der Commandore des Clubs. Natürlich ist Sonntags geschlossen, was er sehr für uns bedauert. Wenigstens gibt er uns eine Ausweichadresse zum Dinner. Der Tipp hat sich gelohnt. Im Poopdeck gibt es eine sehr aufmerksame Bedienung und hervorragendes Fischessen. Das Ganze zu moderaten Preisen. Wir sind begeistert und genießen das Essen. Auf dem Rückweg zum Boot zieht uns Lifemusik aus einer eher schmuddeligen Kneipe an. Wir gehen auf ein Glas rein und erleben die vielleicht nächste Amy life. Meine Fotos soll ich Ihr unbedingt mailen, dafür bekomme ich den signierten ersten Record, wir werden sehen. Zurück an Bord noch das Aufstehen abstimmen, ein paar gegenseitige Komplimente werden ausgetauscht, dann ist es Zeit für die Koje.

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