Schottland, Whisky und Meer
Auf zum Festland
16.08.2009
15.8.09: Eigentlich wäre 12:00 die ideale Startzeit für Tide und Zeitplanung auf unserem Weg nach Dover. Aber uns hält nichts in Newhaven. Auch heute morgen ist keiner da, kein Service und damit allerdings auch keine Hafengebühr. Wir werden zwar ein wenig Strom gegen an haben, aber dafür nicht mitten in der Nacht ankommen. 20:00 sollte zu schaffen sein. Zwei Heads sind noch zu runden. Beach Head erreichen wir um 11:20. Erstaunlich wie die Engländer ihre Küstenlinie zu Badeattraktionen ausgebaut haben. Befestigungsanlagen und Badevergnügen – wie geht das eigentlich zusammen? Das zweite, Kap Dungeness zieht sich viel länger hin. Wir segeln inzwischen Butterfly mit Bullenstander im Groß und ausgebaumter Genua. Angenehmes und sicheres Segeln bei 4-5 bf und zeitweise bis 8sm über Grund. Aber auch das letzte Kap an der englischen Küste verliert gegen 16:20; noch ca 18sm bis Dover. Um 19:00 stehen wir vor der Westeinfahrt von Dover Harbour. Port Controll um Einfahrtserlaubnis anfunken, dann rein. Vor dem Hafen steht inzwischen eine ordentliche Welle, aufklaren erledigen wir im Vorhafen. In der Marina gibt es noch ein Plätzchen im Tidal Harbour (man muss durch keine Schleuse). Schnell in die Stadt zum Essen, wer weiß wie lange die hier auf haben. Wir finden einen echten Italiener und essen Brazino, meinen Lieblingsfisch. Zurück an Bord ein kleines Highlight: Das Netz, für das ich einen Monatszugang bezahlt habe, ist hier verfügbar. Ihr kommt in den Genuss neuer Nachrichten, ich an neue Anfragen aus meinem Büro. That’s life. Die Tage in England sind gezählt. Morgen werden wir die Insel Richtung Festland verlassen. Zählt man die „besetzen Gebiete“ Schottland und Irland nicht mit, waren wir auf unserem Törn rund England nur 10 Tage in englischen Häfen.
16.8.09: Für heute hat sich hoher Besuch angekündigt. Renate hat sich auf den Weg gemacht, um uns von England zu verabschieden. Seit Beginn der Reiseplanung hatten Renate und ich verabredet, das Sie uns irgendwo mit Ihrem Mann Julian besuchen kommt. Eventuell wollte Sie auch einen Schlag mitsegeln. Hat aber alles nicht geklappt und so kommt Sie heute, leider ohne Julien, sozusagen auf den letzten Drücker. Unsere Abfahrt haben wir auf 17:00 verschoben und segeln dann in die Nacht. Um 11:45 hat Renate die 3 Stunden Anreise hinter sich gebracht und kommt an Bord. Als Gastgeschenk bringt Sie frisch gebackenes Brot mit, welches wir heute nacht verkosten werden. Wir schnacken ein wenig und gehen dann zum Lunch ins Hafenrestaurant. Wir haben Glück. Es gibt einen Lifeact mit guten britischen Songs und einer jüngeren Ausgabe von Rod Steward. Man kann zwar fast sein eigenes Wort nicht verstehen, aber die Musik ist gut. Aber alles geht einmal zu Ende und wir machen uns wieder auf zum Boot. Schließlich muss dieser post noch vor unserer Abfahrt unter die Leute gebracht werden. Es war eine schöne Abwechslung Renate hier gehabt zu haben. Trotzdem fällt der Abschied nicht allzu schwer, sehen wir uns ja im Oktober schon wieder; wie gewohnt zur gemeinsamen Arbeit.
Renate: better late than never. Jetzt habe ich mich jedenfalls persönlich davon überzeugen können, dass es den Jungs gut geht und sie sich keinen Skorbut oder sonstige maritimen Erkrankungen zugezogen haben. Es war wirklich schön, ein paar gemeinsame Stunden im Sonnenschein (sehr selten diesen Sommer) zu verbringen und Wilfried und Helmut zu verabschieden und eine gute Rückfahrt zu wünschen. Mir fällt der Abschied schon schwer, aber ich bin ja auch nicht auf dem Heimweg, sondern kämpfe mich auf der M25 entlang auf den Weg ins Büro, damit ich nicht die ganze Strecke bis Northamptonshire zurücklegen muss. Also, gute Reise, passt gut auf Euch auf im Kanal and see you again in Düsseldorf.

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