Schottland, Whisky und Meer

N 50° 36' W 02° 27'

Weymouth

10.08.2009

Um 7:00 Auslaufen. Diesmal wollen wir nicht zu spät am Kap sein. Das Bill of Portland ist das berüchtigtste Kap an der englischen Südküste. Zur falschen Zeit am falschen Ort und Du hast bis 7kn Strom gegen an bei entsprechender Kreuzsee. Unser Motor bringt bei Marschfahrt gerade mal 5,5kn, den Rest könnt Ihr euch ja ausmalen. Aber erst mal stimmt uns das Wetter wieder versöhnlich: Nass, diesig aber Wind, englisch halt. Der Wind strauchelt zwar anfänglich etwas, entwickelt sich dann aber doch zu beständigem SW 4-5. Ein herrlicher Segeltag mit raumschotem Kurs. Ab 9:00 läuft die Flotte des diesjährigen Fastnet Races an uns vorbei. Die Jungs müssen aufkreuzen, kein Spaß bei dem Wetter und im Westen soll es noch dicker kommen. Aber davon können wir ja auch ein Stück mitreden. Gegen 11:00 knacke ich dann gleich mehrere Rekorde: 400sm auf unserer Wasser-Logge, 1000sm unter Segeln bei diesem Törn und 9,54kn Speed als neue Höchtsmarke seit Schottland. Helmut toppt leider später mit 10,1kn (bleibt noch meine Höchstmarke von 10,6kn). Dank des Windes sind wir sogar zu früh am Kap. Nach Studium der Tidentafeln entscheiden wir, das Kap weiträumig zu umfahren. Die Rechnung geht auf. Wir bleiben in der Strömung und erreichen unser Ziel Weymouth um 15:00 nach 63sm unter Segeln. Ursprünglich wollten wir in die Marina hinter der Fußgängerbrücke. Aber warum nicht mitten in der Stadt im Päckchen liegen? Also zum Hafenmeister und uns einen Platz zuweisen lassen. Von seiner Residenz im ersten Stock des Hafenbüros zeigt er auf den Steiger unmittelbar vor sich. Wir haben im Lotto gewonnen. Mitten in der Innenstadt, direkt vor den Vorsorgungseinrichtungen und dem örtlichen Segelclub unmittelbar am Steiger. Also erst mal Landgang. Die Stadt ist zwar auch voll, aber ungemein reizvoll. Wir schlendern einmal durch das Zentrum und fotografieren die Sya aus allen Perspektiven. Essen wollten wir eigentlich im Club, der hat aber Probleme mit seinem Herd und fällt aus. Der nächste Pup ist so schmierig, dass wir entscheiden an Bord zu kochen. Noch haben wir ja Vorräte. Helmut zaubert Raviolli aus der Dose, dazu einen frischen Salat. Danach noch einmal rauf in den Club, hier gibt es endlich wieder ein freies Netz für Member und Friends. Cris, der Barmann umsorgt uns als einzige Gäste, der Club hat erst seit Neuem Montags geöffnet. Nun bin ich wieder up to date mit meiner Berichterstattung. Morgen geht’s um 4:30 raus Richtung Cowes. Ein Muss für jeden Segler, der im Solent unterwegs ist. Ich bin gespannt was uns dort erwartet.

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