Nordwärts
Lipso / Lira Reede
14.09.2010
Die Bucht ist ziemlich voll. Ich merke, dass ich immer weiter nach Süden komme. Auch die Quote der Chartersegler nimmt langsam zu. Nach einer Ehrenrunde zum Auskundschaften der Platzverhältnisse und der Tiefen insbesondere in Strandnähe finde ich einen Platz im westlichen Finger der Bucht. Der Anker fällt auf 4 ½ Metern in Sandgrund. Auf den Hinweis von xxxxx hin, hier wegen der Fallböen besser mit Landleine zu ankern, stecke ich zunächst nur 15 Meter Kette und gehe dann mit Brille und Flossen zu Wasser um den Ankergrund zu erkundschaften. Der Anker ist schön eingegraben. Ich schwimme weiter zum Ufer, sobald das Wasser etwas flacher wird beginnt eine fast intakte Unterwasserlandschaft. Ich werde von einem Handtellergroßen bunten Fisch (Nemo?) begrüßt. Als wollte er sagen: Na, gehst‘e auch Baden? Völlig unerschrocken sieht er mich freundlich an – vielleicht ist er neidisch auf meine schönen leuchtendblauen Schwimmflossen? Hier kann ich unmöglich meinen Anker durchziehen! Ich entscheide kurzerhand frei zu Ankern und nur mehr Kette zu stecken. Lieber fahre ich heute Nacht in den Böen Karussell als dass ich dem kleinen Fisch sein Zuhause zerstöhren! Eigentlich wollte ich mit dem eingegrabenen Anker rückwärts auf den Strand zu fahren und dann die Landleine ausbringen – aber das hat sich nun erledigt.


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