SY jaja
Atlantik Tag 16
22.02.2012
Land in Sicht!
Heute um 11:00 Lokalzeit bzw. 15:00 UTC wurde Land gesichtet.
Gestern abend kam der Passat doch noch mal auf Touren. Die ganze Nacht 18-22kn, heute tagsüber um 25kn mit Spitzen an die 30kn.
Leider sehr kabbelig, aber was solls, dauert ja nicht mehr lange. Es geht mit 7-8kn sehr flott voran und wir werden heute am späten
Nachmittag in Bridgetown / Barbados einlaufen. Ortszeit ist UTC -4h, das wäre also in Deutschland 4h später so gegen 21:00.
Gestern gabs noch eine kleine Delfinshow mit jungen Delfinen, Unmengen fliegende Fische, einige portugiesische Galeeren. Und sogar
zwei Schiffe.
Wetter leicht bewölkt, 27 Grad, Wind 25-28kn ENE, See 3m NE
Etmal 150nm
Atlantik Tag 15
21.02.2012
Weiterhin stetiger, aber mit 13-18kn schwacher Passat, unser Fortschritt geht daher so. Hätte der Passat nicht 3 Tage Pause gemacht,
lägen wir schon am Strand. Eine Arbeitsmoral ist das heutzutage…
So dauerts noch mindestens bis morgen abend. Wenn es so weitergeht, kommen wir pünktlich nach Einbruch der Dunkelheit an. Mist, also
entweder mutig den Karten vertrauen und im Dunkeln ankern oder doch lieber ab morgen vormittag Segel reffen und übermorgen früh
ankern? Wir werden sehen wie die Nacht verläuft. Eventuell laufen wir auch direkt die Union Island / Grenadinen an, dann dauerts
halt einen Tag länger.
Weiter keine Tiere, keine Schiffe, keine Flugzeuge.
Die Sonne brennt, 28 Grad, Wind 16-20kn ENE, See 1,5m NE
Etmal 111nm
Atlantik Tag 14
20.02.2012
Gestern hats dann noch mal ordentlich geschüttet und kurzzeitig abgekühlt, jetzt ist das Boot richtig sauber. Danach baute sich auch
langsam aber sicher wieder etwas Wind auf. Kein so richtig voll entwickelter Passat aber immerhin geht’s wieder mit knapp über 5kn
voran.
Keine Tiere, keine Schiffe, keine Flugzeuge. Gar nichts. Die Tage vergehen bei Mensch Ärger Dich Nicht, Uno und Phase10. Die Nächte
mit abwechselndem schlafen, sternegucken oder auch mal einen Film. Mit etwas Glück noch zweimal schlafen, dann sind wir auf
Barbados.
Wer sich wundert wie wir hier so leben und uns verpflegen: Eigentlich ganz normal wie zuhause auch, schaukelt halt nur ein bisschen
und man hat etwas weniger Auslauf. Die Grundfläche der jaja entspricht mit ca 90qm einer normalen Wohnung, ist also für eine Yacht
nicht gerade klein. Wir haben in “Landrattensprache” ausgedrückt 4 Zimmer mit Doppelbetten, zwei Bäder mit Duschen, ein Wohnzimmer
mit annähernd 360 Grad Seeblick und offener Küche, eine Arbeitsecke mit Schreibtisch, dazu dann noch eine große überdachte Terrasse.
Wir haben Unmengen an Vorräten dabei, das meiste noch in Spanien bei Lidl, Aldi und Carrefour gebunkert. Der Kühlschrank ist noch
gut gefüllt, aber verderbliche Ware wird halt inzwischen weniger. An Frischobst haben wir inzwischen nur noch Äpfel und einige grüne
Bananen, aber Skorbut soll uns bis Barbados hoffentlich noch verschonen. Dutzende frische Baguettes und Brötchen wurden auf den
Kanaren und Kapverden tiefgefroren und nun nach und nach aufgetaut. Frisches Brot zu backen verbraucht zuviel Gas und kostet viel
Zeit. Einige Mahlzeiten für die ersten Tage hatte Renate vorgekocht und ebenfalls eingefroren.
Da der Stromgenerator sowieso täglich laufen muß um den Stromverbrauch der Nacht auszugleichen (tags reicht die Solaranlage), laufen
Entsalzungsanlage und Wasserboiler ebenfalls täglich. Damit haben wir mehr Trinkwasser als wir brauchen. Auch täglich warm duschen
wäre drin, aber wir wollen das mit der Hygiene mal nicht übertreiben. Die Waschmaschine haben wir unterwegs bisher auch nicht
angeworfen, hauptsächlich weil wir wegen der gesetzten Segel unsere übliche Wäscheleine nicht benutzen können und die Reling wegen
dem Saharastaub bisher noch zu dreckig zum Wäschetrocknen war.
Also insgesamt recht komfortabel. Trotzdem freuen wir uns darauf anzukommen. Wir wollen endlich mal in das hier so schön tiefblaue,
klare und warme Wasser und an einen schönen Palmenstrand.
Die Sonne brennt weiter, es ist wieder tropisch schwülheiß. 28 Grad, Wind 12-16kn ENE, See 1,5m NE
Etmal 118nm
Atlantik Tag 13
19.02.2012
Immer noch kaum Wind. Segeln mit 3,5 – 4,5kn. Der Passat macht also gerade Urlaub, obwohl er im Februar laut dem Segelpabst Jimmy
Cornell eigentlich voll im Saft stehen sollte.
Wenn das so weitergeht sind wir noch einige Tage unterwegs, also motoren wir ab und an um wenigstens um die 4kn Durchschnitt zu
halten.
Die Sonne brennt, es ist schwülheiß, einige hochtürmende Wolken, sieht nach Gewitter aus. 28 Grad, Wind 6-10kn NE, See 0,5m NE
Etmal 94nm
Atlantik Tag 12
18.02.2012
Keine Squalls, aber auch kein Wind. Die Nacht über sind wir mit einer Maschine und ca 4,5kn Richtung Barbados motort. Momentan
segeln wir mit satten 4kn.
Vorerst ist auch kein Wind angesagt. Soviel zum Thema Zuverlässigkeit des Passatwindes. Dessen Arbeitsmoral hat seit Christopher
Kolumbus auch stark nachgelassen.
Dafür hatten wir endlich mal wieder Petri Heil: Eine Goldmakrele, 60cm (Augenabstand, ist klar!) und 3kg. Nachdem ich das arme
Tier filetiert (also mehr zerfleddert) habe bliebt vielleicht 1 kg feinstes Filet über. Gab es frisch gebraten mit Brot gleich zum
Abendessen, frischer geht nicht.
Die Sonne brennt weiter, kaum Wolken, 28 Grad, Wind 8kn N, See 0,5m NE
Etmal 97nm
Atlantik Tag 11
17.02.2012
Einige Squalls haben uns gestern abend mehr oder weniger knapp verpasst, dafür leider auch der Wind. Die meiste Zeit seit gestern
nachmittag bis heute mittag war unter 10kn, also nur dümpeln. Dementsprechend kommen wir schlecht voran.
Heute mal wieder einen Tanker gesehen, ca 2nm Entfernung. Sonst nix.
Die Sonne brennt, keine Wolken (die kommen erst abends), 28 Grad, Wind 10kn ENE, See 1,5m ENE
Etmal 99nm
Atlantik Tag 10
16.02.2012
Auch gestern Abend und Nacht kamen und gingen die Squalls, die meisten mit viel Regen aber kaum stärkerem Wind als normal, aber
immer aus anderen Richtungen. Leider sieht man einer Squall nicht an, wieviel Wind sie mitbringt, man kann nur die Regenintensität
am Radar abschätzen. Also vorsichtshalber nur leicht gereffte Genoa gesetzt und langsam in Richtung Barbados geschaukelt.
Jetzt gerade läßt uns der Wind fast ganz im Stich, nur 10-12kn. Und die Windrichtung passt auch nicht wirklich. Da wir also eh nicht
vormwind fahren können und auch für die nächsten Tage nördlichere Winde angesagt sind fahren wir vorsorglich mal Richtung Nordwest
um dann möglichst durchgehend Vormwindkurs segeln zu können.
Dafür ist die See wieder ruhiger.
Weiterhin kein Kontakt zur Zivilisation. Einzige Tiersichtung eine riesige Portugiesische Galeere, so groß wie ein Sixpack und
dunkel-lila.
So langsam fangen wir an zu schwitzen. Die Sonne brennt, wenige Schäfchenwolken, 28 Grad, Wind 10-12kn ENE, See 1,5m ENE
Etmal 121nm
Atlantik Tag 9
15.02.2012
Gestern abend wurds noch ungemütlich, es über Stunden zog eine Squall nach der anderen durch. Viel Regen und Starkwind aus fast
allen Richtungen machten das Segeln praktisch unmöglich, alle paar Minuten hätte man die Segelstellung ändern, reffen, ausreffen,
setzen oder bergen müssen. Also Motor an und die Nacht hinweg motort. So werden die Batterien wenigstens gut geladen.
Seit den frühen Morgenstunden ist das Wetter wieder stabiler und wir sind wieder segelnd unterwegs. Die wechselnden Winde haben
hier eine chatische See hinterlassen, die der Passat erstmal wieder glattbügeln muss. Solange bleibt es extrem schaukelig.
Kein Kontakt zur Zivilisation.
Sonne, 27 Grad, Wind stark böig 13-27kn hauptsächlich aus ENE, See 3m ENE und kabbelig
Etmal 131nm
Atlantik Tag 8
14.02.2012
Wir haben heute morgen nach ca 7d12h die Hälfte der Strecke hinter uns gebracht. Ab sofort kommen wir wieder näher an Land. Wenn die
Bedingungen so bleiben, schaffen wir es in 6-7 Tagen.
Keine besonderen Vorkommnisse, außer das Renate heute Nacht schon wieder von so einem fliegenden Fisch angefallen wurde.
Aufdringliche Biester. Und die Kinder haben heute eine Flaschenpost gebastelt, die wir gleich auf die Reise schicken. Mal schauen ob
die irgendwo ankommt.
Zur Feier des Tages zeigt sich das Wetter von der besten Seite:
Sonne, 25 Grad, Wind 20-22kn ENE, See 2m ENE, keine nervtötend laute Schaukelei sondern sanftes Wiegen mit leisem Rauschen
Etmal 147nm
Atlantik Tag 7
13.02.2012
Die aktuellen Spuren der Zivilisation: Ein einsamer Frachter auf dem AIS, kam bis auf ca 50nm / 95km an uns ran. Und eine gelbe
Plastikflasche haben wir überholt. Ich habe seit Tagen auch keine Kondensstreifen mehr gesehen, wir sind also auch fernab jeglicher
Flugroute.
Weiterhin gute Bedingungen, konstanter Wind und Welle hauptsächlich von hinten. Der Autopilot spielt weiterhin mit, wir kommen gut
voran. Morgen früh gegen 04:00 UTC sollten wir nach gesegelten 1017nm / 2000km Bergfest haben.
Wetter sonnig und warm, Wind 18-22kn aus ENE, See 2-3m aus NE.
Etmal 151nm

