Ein Jahr unterwegs mit der Volare

N 16° 14' W 61° 15'

Tag 220+221: St. Francois, Guadeloupe

21.02.2012

Am Montag ist weiterhin sehr angenehmes Wetter. Die Nacht war auch sehr ruhig, die Volare hat anscheinend immer noch eine Handbreit Wasser unter’m Kiel. Sybille hat die Gegend zusätzlich mit dem Schnorchel erforscht – tatsächlich nicht viel Wasser zwischen Kiel und Sandboden (das Echolot scheint sehr genau eingestellt zu sein) – glücklicherweise keine Felsen oder Korallenstöcke in Sicht. Gegen Morgen gibt es dann eine kurze Regenperiode und bedeckten Himmel, aber dann ist es wieder karibisch herrlich. Das Dingi scheint auch endlich dicht zu sein – ein Lob dem guten, alten Bostik-Kleber (den kenne ich seit fast 50 Jahren). Am Nachmittag fahren wir mit dem Dingi in die Marina hinein – kein Dingi-Anlegesteg vorhanden, aber wir finden ein Plätzchen. Nachdem wir unseren Müll los geworden sind, machen wir eine kleine Runde durch die Umgebung der Marina – der Ort scheint total auf Tourismus ausgerichtet zu sein. Nachdem wir noch ein bisschen eingekauft haben, geht es zurück zum Schiff – die Lagune ist hinter dem Riff wirklich sehr gut geschützt und so gibt es hier kaum Wellen, sodass wir nicht nur mit der Volare sehr ruhig liegen, sondern auch im Dingi trocken bleiben. Das Wasser ist sehr sauber und wir gehen öfter schwimmen – ein weiterer, schrecklich anstrengender Urlaubstag. Zwischendurch probieren wir unsere neueste Cocktail-Mischung: Orangensaft, Rum, Kokos-Sirup, Grenadinen-Sirup, Muskatnuss – mit viel Eiswürfeln. Am Abend gibt es dann noch ein sehr schönes Feuerwerk über dem Ort, das wir aus Logenplätzen bewundern können – es ist ja Rosenmontag. Nachdem wir hier so gemütlich liegen, bleiben wir vielleicht noch ein oder zwei Tage, bevor wir nach Antigua aufbrechen.

Am Dienstag folgt wieder ein sehr geruhsamer Urlaubstag – lesen, schwimmen, schnorcheln, Cocktails ausprobieren, Pelikane beim Fischen beobachten… Erst gegen Abend fahren wir mit dem Dingi (ist nach wie vor dicht!) wieder in die Marina hinein, eventuell gibt es ja ein Faschings-Dienstag-Programm. Aber es ist anscheinend hier Dienstag und Mittwoch Feiertag, die meisten Geschäfte haben geschlossen, allerdings ist ein ganzer Straßenzug zum Markt umfunktioniert worden. Hier gibt es hauptsächlich Obst und Gemüse aus heimischer Produktion, aber auch Gewürze, Eier, Fertiggerichte und natürlich jede Menge Souvenirstände mit Kunsthandwerk und Fernost-Kitsch. Nach einem Bummel durch den Markt – wir kaufen auch kräftig Obst und Gemüse ein – besuchen wir noch eine Pizzeria direkt an der Marina – wird recht gut und wieder einmal viel zu viel. Leider beginnt es zu regnen – gerade als wir uns aufmachen, zurück zum Schiff zu fahren. Ist aber auch egal, es ist ja recht warm und am Schiff können wir uns dann umziehen. So kommen wir denn auch ganz nass bei der Volare an. In der Nacht gibt es dann noch heftigeren Regen – ist hoffentlich morgen dann vorbei.

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N 16° 14' W 61° 15'

Tag 218+219: Pointe a Pitre, St. Francois, Guadeloupe

19.02.2012

Am Samstag ist das Wetter noch immer sehr angenehm – unter Tags nicht mehr als 30 Grad, in der Nacht angenehme 25 Grad, kaum Wind und – man glaubt es kaum – es hat seit Tagen nicht mehr geregnet, was für unsere Ausflüge natürlich sehr angenehm war. Gleich nach dem Frühstück geht es an Land – Sybille hat ihren Friseurtermin und ich muss den Leihwagen auftanken und in Gosier zurück geben. Klappt alles prima (ich werde, wie vereinbart, zur Marina zurück gebracht), und während Sybille noch beim Friseur sitzt, gehe ich beim Schiffsausrüster stöbern und anschließend auf ein Bier in einem der zahlreichen Marinarestaurants. Danach gehen wir noch in den Marina-Supermarkt ein bisschen einkaufen. Glücklicherweise entdeckt Sybille dort die vorgebackenen Weißbrotweckerln, die für das Bordleben äußerst praktisch sind, weil sie sich in der Verpackung recht lange halten und man nach 10 Minuten im Backrohr frisches Brot hat. Am Nachmittag fahren wir dann wieder in die Marina hinein – der Dingisteg ist gut belegt wie immer, aber wir drängeln uns noch dazu. Zu Fuß geht es zum nahe gelegenen Aquarium hinüber – ist nicht weit. Das Aquarium ist eher enttäuschend klein, aber recht gepflegt, die Texte leider nur auf Französisch. Nachdem wir zurück an Bord sind, wird die neuerliche Dingi-Reparatur in Angriff genommen – zunächst muss aber die alte Verklebung entfernt werden – die Neuverklebung wird dann morgen erfolgen. Die Nacht wird leider etwas unruhig, die Disco am Ufer ist sehr laut und hat anscheinend die ganze Nacht über Betrieb.      
      
Am Sonntag wird nach dem Frühstück das Dingi neu verklebt – hoffentlich hält der neue Kleber. Dann wird auch schon der Anker gelichtet – die Durchfahrt zwischen den beiden Inselhälften ist zu seicht für uns – nur 1,80 m – also keine Handbreit mehr unter’m Kiel. Wir werden also um die östliche Hälfte herum fahren, von dort haben wir dann einen günstigen Kurs nach Antigua. Zuerst müssen wir aber ein ganzes Stück gegen den Wind nach Osten – es wird also eine Motorbootpartie. Der Wind ist glücklicherweise nicht allzu kräftig, weht uns aber genau auf die Nase, deshalb kommen wir nur recht langsam weiter. Aber heute wollen wir nur in die Gegend von St. Francois, knapp vor der Ostspitze der Insel, der “Pointe des Colibris”, von wo wir die Überfahrt nach Antigua in Angriff nehmen wollen, das sind doch ca. 60 sm. Während wir Point a Pitre verlassen, kommt uns der österreichische Katamaran entgegen, den wir bei den Tobago Cays kennen gelernt haben. Die Fahrt nach St. Francois zieht sich – gegen Wind und Welle machen wir nur 3-4 kn (bei halbwegs dieselsparender Drehzahl der Maschine). Der recht kräftige Bewuchs, den die Volare inzwischen auf ihrem Bauch hat, macht uns auch nicht gerade schneller. Eine kleine, recht einsame Bucht vor St. Francois lockt uns und wir versuchen, dort zu ankern. Aber die Bucht “Anse a la Barque” ist doch zu eng und zu seicht, außerdem doch eher unruhig. Also weiter nach St. Francois, wo wir hinter dem Riff schon einen ganzen Mastenwald sehen. Die Einfahrt durch das Riff ist auch recht schmal, aber dann ist das Wasser sehr ruhig. Ganz vorsichtig tasten wir uns zwischen den Schiffen hindurch – eine freie Stelle gibt es bei 2,20 m Wassertiefe – also wirklich nur mehr eine Handbreit Wasser unter’m Kiel (glücklicherweise ist reiner Sandboden und Ebbe, also kann’s nur besser werden). Der Anker hält prima und wir hoffen, keinen Korallenstock in der Nähe übersehen zu haben.

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N 16° 13' W 61° 32'

Tag 216+217: Basse Terre, Guadeloupe

17.02.2012

Am Donnerstag fahren wir gleich nach dem Frühstück mit dem (frisch aufgepumpten) Dingi hinüber zum Steg beim Hafenbüro der wieder recht dicht belegt ist, wir finden aber ein Plätzchen. Um 09:30 sollten wir den Leihwagen bekommen – nachdem niemand kommt, schaue ich auch noch hinaus zum Marina-Eingang, aber auch dort ist niemand. Also wieder beim Verleiher anrufen. Um 10:15 kommt dann tatsächlich der Leihwagen und wir werden zum Büro der Leihwagenfirma nach Gosier gebracht, wo wir den Papierkram erledigen. Dann geht es gleich los, heute wollen wir den Süden der Westhälfte von Guadeloupe ein bisschen erforschen. Über die recht schöne Autobahn geht es hinüber nach “Basse Terre” und dann nach Süden – die Wasserfälle “Chutes du Carbet” am Abhang des Soufriere (ca. 1500 m hoch) wollen wir als erstes besuchen. Über eine schmale Straße geht es durch den Regenwald steil hinauf – der Parkplatz dort ist schon ziemlich voll, es scheinen auch zahlreiche andere Besucher zu den Wasserfällen zu wollen. Vom Parkplatz geht es noch eine gute halbe Stunde auf einem gut ausgebauten Pfad durch die beeindruckende Regenwaldvegetation zum mittleren der Wasserfälle, wirklich sehr hübsch. Auf der Rückfahrt zur Hauptstraße machen wir dann noch beim “Bassin Paradise” einen Halt. Wieder geht es auf einem Pfad durch den Urwald – diesmal nicht so gut ausgebaut, aber nur ca. 20 Minuten über steile Stufen und rutschigen Schlamm zwischen Baumwurzeln, aber es lohnt sich – ein sehr hübscher, kleiner Wasserfall stürzt in ein recht großes Becken – leider sind auch hier viele Besucher und Badende – Sybille lässt es sich aber nicht nehmen und springt auch in das kühle Wasser. Danach gibt es ein recht gutes, preiswertes Mittagessen in einem kleinen Restaurant an der Straße. Am Nachmittag suchen wir dann die Rumfabrik “Longueteau”, wo es noch eine dampfbetriebene Zuckerrohrmühle gibt. Ist schwer zu finden (das Hinweisschild liegt im Straßengraben), ist aber recht interessant – vorsintflutliche Maschinen. Anschließend geht es noch in die Bananenplantage “Plantation Grand Cafe” – ist eigentlich schon geschlossen, aber wir machen eine Besichtigung auf eigene Faust. Danach müssen wir uns auch schon wieder auf den Heimweg machen, wir wollen noch in einem Supermarkt einkaufen gehen. Im “Geant” ist wirklich alles zu haben – Zustände wie in Frankreich, die Käsetheke ist allein ca 50 m lang. Wein, Bier und Säfte, Obst und Gemüse werden gekauft, wir müssen ja den Leihwagen ausnützen, bis zum Dingi ist es allerdings eine ziemliche Schlepperei. Unser Dingi ist inzwischen rechts schon wieder sehr schlapp, aber wir schaffen es, alles trocken an Bord zu bringen – das Meer ist glücklicherweise sehr ruhig und es gibt auch keinen Wind.    
      
Am Freitag geht es wieder gleich nach dem Frühstück los. Zuerst werden unsere zwei leeren Gasflaschen im Supermarkt bei der Marina gegen volle getauscht. Dann geht es wieder hinüber nach Basse Terre – diesmal wollen wir die Nordhälfte der Insel erkunden. Zunächst fahren wir zu dem Wasserfall “Cascade aux Ecrevisses” – ein wesentlich kleinerer Wasserfall, aber auch sehr hübsch und gut besucht. Der Fußweg ist auch recht kurz, nur ca. 10 Minuten. Danach geht es weiter auf der Straße, die quer durch die Insel führt zum “Parc des Mamelles”, dem Zoo von Goudaloupe. Abgesehen von der heimischen Tierwelt mit Leguanen, Schildkröten, Papageien, Waschbären, verschiedenen Insekten, Affen, einem Jaguar, etc., gibt es einen Weg über schwankende Seilbrücken durch die verschiedenen Ebenen des Regenwaldes. Nach dem Zoo erreichen wir die Westküste der Insel, als erstes besuchen wir dort die Maison du Cacao – auch recht interessant. Für das Mittagessen haben wir diesmal weniger Glück – das Restaurant ist zwar recht nett, aber außer uns sind nur eine Schar frecher Vögel zu Gast und auch das Essen ist nicht so gut wie gestern, aber teurer. Dann geht es an der Westküste weiter nach Norden, zum botanischen Garten “Jardin Botanique Deshaies”. Der Park ist wirklich sehr schön mit kleinen Wasserfällen und Teichen angelegt. Die zahllosen tropischen Pflanzen entlang des Weges sind zwar gut beschriftet – kann man sich aber unmöglich merken. Nett ist auch die Papageienfütterung mit Zuckerwasser. Nach einem gemütlichen “Sundowner” in einem kleinen Strandrestaurant geht es wieder zurück nach Pointe a Pitre, wo wir in der Marina erst einmal unser Dingi aufpumpen (wir hatten diesmal die Pumpe mit – zum Neuverkleben war noch keine Zeit) und dann zur Volare hinaus fahren.

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N 16° 12' W 61° 29'

Tag 214+215: Gosier, Pointe a Pitre, Guadeloupe

15.02.2012

Am Dienstag geht es gleich nach dem Mittagessen mit dem Dingi hinüber zu der kleinen, unbewohnten Insel Ilet du Gosier, auf der reger Badebetrieb herrscht. Die Badenden werden mit einer kleinen Fähre von Gosier hinüber und wieder zurück gebracht. Auf der Insel gibt es nur ein kleines Strandrestaurant und den unbewohnten Leuchtturm an der Südspitze. Das Riff auf beiden Seiten der Insel könnte interessant sein – wir haben aber heute noch viel vor, deshalb machen wir nur einen kurzen Spaziergang über die Insel. Nachdem wir wieder an Bord sind, packen wir uns gleich wieder zusammen, um an Land zu fahren und einkaufen zu gehen – auf der Fahrt zum Ufer geht dem Außenborder wieder einmal der Sprit aus, und zurück zum Schiff muss ich daher schwimmen, mit Dingi und Sybille im Schlepptau – gutes Training. Als wir dann endlich wieder an Land sind geht die Sucherei nach einem Supermarkt los. Leider ist der Weg zum nächsten Supermarkt, der auch Obst und Gemüse hat, recht weit, aber wir bekommen eigentlich alles, was wir brauchen. Am Abend fahren wir dann noch einmal an Land – ein nettes Restaurant am Ufer suchen, wo wir uns wieder einmal ein Abendessen gönnen. Erst spät am Abend geht es dann wieder zurück zum Schiff – die Brandung am Ufer ist inzwischen recht kräftig, aber wir kommen ohne Probleme weg.   
      
Am Mittwoch brechen wir bald nach dem Frühstück nach Pointe a Pitre auf, der Wind kommt ziemlich genau von achtern, also wird nur mit der Genua gesegelt – sehr gemütlich. Für die kurze Strecke brauchen wir auch nur eine knappe Stunde, und zum Mittagessen ankern wir bereits vor der Einfahrt zu den Marinas von Pointe a Pitre am Rande der Durchfahrt zwischen den beiden Inselhälften von Guadeloupe. Guadeloupe hat ja ungefähr die Form eines Schmetterlings – in der Mitte beginnt bei Pointe a Pitre eine schmale, seichte Durchfahrt, von der wir noch nicht wissen, ob sie für uns passierbar ist. Nach dem Mittagessen fahren wir mit dem Dingi zu den beiden großen Marinas hinein, um die Gegend ein bisschen zu erforschen. Direkt am Marinagelände gibt es genügend Einkaufsmöglichkeiten und ich besorge gleich einen neuen Kleber für unser Dingi, das noch immer Luft verliert. Sybille findet einen passenden Bikini und macht auch gleich einen Termin bei einem Friseur aus. Im Hafenbüro ist eine sehr freundliche junge Dame, die uns dabei hilft, endlich einen Leihwagen zu bekommen – nach viel herumtelefonieren wird es doch ein eher teurer (aus Gosier), der aber zum Hafenbüro gebracht wird (und hoffentlich auch wieder hier abgeholt wird), wir wollen ja in den nächsten Tagen die Insel ein bisschen erforschen. Zurück an Bord werden wir dann noch von einem nicht weit von uns entfernt liegenden Österreicher besucht, der uns von seinen dreizehn Jahren, die er schon mit dem Schiff unterwegs ist, erzählt.

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N 16° 12' W 61° 29'

Tag 212+213: Iles les Saintes, Überfahrt nach Guadeloupe

13.02.2012

Am Sonntag verbringen wir noch einen gemütlichen Vormittag in der kleinen Bucht “Anse Fideling” auf Terre de Bas, wir sind fast alleine und beobachten die Pelikane, die auf den Bäumen am Ufer nach Fischen Ausschau halten und wenn sie dann einen erspäht haben, aus großer Höhe mit angelegten Flügeln wie ein Geschoß ins Wasser stürzen. Erst am späteren Nachmittag lichten wir den Anker und fahren hinüber in die “Anse de Bourg”. Wieder gibt es keinen geeigneten Ankerplatz, deshalb legen wir uns an eine der Mooring Bojen. Danach geht es mit dem Dingi (frisch aufgepumpt) hinüber an den Anlegesteg. Wir haben unsere Laptops mit und wollen endlich wieder den Blog mit Fotos und der aktuellen Route füttern, unsere Mails erledigen und ein bisschen Neuigkeiten vom Rest der Welt erfahren. In Bourg ist leider fast alles zu – auch die “Les Saintes Multiservices” und die Internetrestaurants und -Cafes. Einzig ein Motorrollerverleiher bietet auch Internet an, wo wir uns für eine Stunde einrichten, um ein bisschen was zu erledigen. Danach besuchen wir noch eine kleine, recht günstige Pizzeria – die Pizzas sind so groß, dass wir jeder nur die Hälfte schaffen. Den Rest wird es wohl zum Frühstück geben. Zurück an Bord wird es wieder sehr gemütlich.

Am Montag brechen wir bald nach dem Frühstück (Pizza-Reste) nach Guadeloupe auf. Wir wollen zunächst nicht zur Hauptstadt, sondern besuchen den nahe gelegen Ort Le Gosier, dort gibt es eine kleine, vorgelagerte Insel, die sehr hübsch sein soll, und durch das Riff, das die Insel umgibt, ist auch das Ankern recht angenehm und ruhig. Bis dorthin sind es nur etwas mehr als 20 sm, und wir haben eine recht angenehme Überfahrt – der Atlantik zeigt uns, dass er auch sehr friedlich sein kann: Wind mit 10-15 kn, Welle nicht mehr als ca. 1 m. Abgesehen von einem heftigen Regenguss und dabei etwas kräftigerem Wind haben wir Glück mit dem Wetter. Leider stimmt zunächst die Windrichtung nicht – ganz hart am Wind können wir nicht den gewünschten Kurs segeln. In der Nähe von Guadeloupe fahren wir daher ein Stück mit der Maschine, später wird es wieder besser und das letzte Stück bis zur “Ilet du Gosier” können wir wieder schön segeln. Dort liegen schon zahlreiche Schiffe, wir finden aber einen Ankerplatz und liegen recht gut. Mit dem Dingi geht es dann an Land – der lange Sandstrand ist von Badenden gut besucht und der Anlegepier ist abgeschlossen. Aber wir finden doch eine Stelle, an der man anlanden kann, und wo auch schon ein paar andere Dingis liegen. Von dort aus erforschen wir das kleine Städtchen – eventuell finden wir ja eine brauchbare Autovermietung. Autovermieter sind leider alle am anderen Ende der Ortschaft, dort, wo die Touristenhotels sind. Ganz hübsch weit zu gehen. Mehrere Autovermieter – teilweise geschlossen, obwohl sie eigentlich offen haben sollten, einer hat erst am Wochenende wieder freie Autos und Europcar ist doppelt so teuer wie ortsüblich. Na, wir werden wohl erst in der Hauptstadt Pointe a Pitre mehr Glück haben – wir wollen uns ja doch die Insel ein bisschen näher ansehen. Dann geht es zurück an Bord und…

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N 15° 51' W 61° 35'

Tag 210+211: Iles les Saintes

11.02.2012

Am Freitag vergeht der ganze Vormittag mit dem Upload der Fotos aus Dominica in den Blog – die Verbindung mit dem Internet über “Only” ist schrecklich langsam. Am Nachmittag fahren wir dann an Land – eigentlich wollten wir das Fort Napoleon besuchen, das hat aber nur am Vormittag geöffnet. Also machen wir eine Wanderung über die Insel Terre de Haut, die ja nur wenige Quadratkilometer groß ist. Zunächst geht es über die Hügel in der Mitte der Insel zur malerischen, kleinen Bucht Pont Pierre im Nordosten – ein sehr hübscher Strand vor einem Palmenhain, durch Felsklippen gegen das offene Meer hin geschützt, eine richtige, ruhige Badebucht, leider ist dort Ankerverbot. Danach besuchen wir auch noch die Marigot Bay, etwas weiter westlich. Dort könnte man ankern, es ist aber eine weit weniger schöne Bucht. Nach unserer Inselwanderung kaufen wir noch ein bisschen ein und fahren dann zurück aufs Schiff.

Am Samstag machen wir uns gleich auf den Weg zum Fort Napoleon. Zuerst muss aber das Dingi wieder aufgeblasen werden – es verliert leider noch immer ein bisschen Luft. Der Kleber dürfte auf dem Material nicht so recht halten. Im Ort herrscht schon reges Treiben – die Insel ist ein beliebtes Ziel für Wochenendausflüge von Guadeloupe aus. Der Weg zum Fort geht steil hinauf – viele Touristen fahren deshalb mit Minibussen oder haben sich Motorroller gemietet. Wir wollen aber ein bisschen Bewegung machen – an Bord macht man ohnehin nur sehr wenig. Das Fort ist recht nett hergerichtet – außen herum sind tropische Gärten mit vielerlei Kakteen und einer Menge Leguane zu bewundern. Im Fort selbst ist ein Museum eingerichtet mit einigen interessanten Exponaten, besonders natürlich betreffend die berühmte Seeschlacht 1782 zwischen England (Admiral Rodney) und Frankreich (Admiral De Grasse). Bevor wir an Bord zurückkehren, wird wieder ein bisschen eingekauft. Am Nachmittag verlegen wir uns dann mit der Volare zur Nachbarinsel Terre de Bas in eine kleine Bucht im Westen der Insel, die kaum bewohnt ist. Außer uns liegen dort nur zwei andere Segler und zahlreiche kleine Fischerboote, am Ufer sieht man kaum Häuser. Leider ist die Bucht recht unruhig, von Westen kommt der Schwell um das kleine Kap herum in die Bucht, der Wind ist allerdings nur sehr schwach. Nachdem es hier auch keinerlei Internet gibt, werden wir wohl nicht lange bleiben.

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N 15° 33' W 61° 27'

Tag 208+209: Dominica, Überfahrt zu den Iles les Saintes

09.02.2012

Am Mittwoch fahren wir gleich nach dem Frühstück hinüber zum Anlegesteg der Fähre – dort soll man einklarieren können. Unser Boat-Boy, mit dem wir eventuell den Indian-River-Ausflug machen wollen, ist auch dort und passt auf unser Dingi auf. Das Ein- und gleich wieder Ausklarieren geht recht flott und wir vereinbaren mit unserem Boat-Boy für heute Nachmittag die Indian-River-Fahrt. Zur vereinbarten Zeit schüttet es gerade wieder – Dominica wird ihrem Ruf als regenreichste Insel der Karibik wieder einmal gerecht. Der Regenguss dauert nicht lange und dann werden wir auch schon abgeholt – die Regenjacken nehmen wir aber mit. Hinter dem Schiffswrack am Ufer beginnt der Indian River – ein schmaler, seichter Flusslauf mitten durch den Regenwald. Dort darf nur gerudert werden, und wir sehen so eine Menge Vögel von der Nähe und auch einen Leguan. Am beeindruckendsten ist aber die Vegetation – kein Wunder, dass der Fluss bei den Dreharbeiten zu “Fluch der Karibik II” für das Ambiente des Hauses der Voodoo-Hexe sorgen durfte. Wir fahren den Fluss hinauf, bis er nicht mehr schiffbar ist, dort machen wir noch einen Stopp bei einer Dschungel-Bar, die auch abenteuerliche Übernachtungsmöglichkeiten anbietet. Nach einem Rum-Punch und einem Bier für unseren Boat-Boy geht es das Flüsschen wieder stromabwärts – wir haben Glück, während unseres Ausflugs regnet es nicht, aber kurz bevor wir zum Schiff kommen, schüttet es wieder. Alles in allem ein lohnenswerter Ausflug. 
 
Am Donnerstag machen wir uns gleich nach dem Frühstück auf den Weg zu den Iles les Saintes (angeblich von Kolumbus so getauft, weil er sie am Allerheiligentag entdeckt hat), die ebenfalls zu den schönsten Karibikinseln zählen. Solange wir in der Abdeckung von Dominica sind, haben wir wieder Wind aller Arten: von 3-4 kn bis zu 25 kn Fallböen und Richtungswechsel von West über Nord und Ost zu Süd. Später haben wir dann wieder recht kräftigen Wind zwischen 20 und 30 kn, das Maximum lag bei 33 kn. Die Wellen kommen wieder von der Seite und lassen uns kräftig schaukeln – diese Situation ist wahrscheinlich überall zwischen den Inseln anzutreffen, außer, dass der Passat heuer außergewöhnlich kräftig zu sein scheint. Mit halbem Wind kommen wir aber recht gut voran und brauchen für die ca. 22 sm etwas über 4 Stunden. Zwischen den malerischen Felsinseln im Süden der Inselgruppe hindurch geht es zum kleinen Städtchen Bourg des Saintes, wo wir einklarieren müssen. Die Bucht ist gut mit Schiffen belegt, sogar ein großes Kreuzfahrtschiff (Wind Surf) liegt hier vor Anker. Die Bucht ist mit Mooring-Bojen zugepflastert und man kann kaum ankern, also legen wir uns an eine der wenigen freien Bojen. Nach dem Mittagessen geht es mit dem Dingi hinüber ans Ufer – der großzügige Dingi-Steg ist auch ziemlich zugeparkt, aber wir finden noch ein Plätzchen. Einklariert wird hier in einem Internet-Shop, dem “LSM” – Les Saintes Multiservices, der auch alle möglichen Dienstleistungen (Müllentsorgung, Lebensmittel und frisches Brot wird an Bord geliefert, etc.) anbietet. Dort wird wieder per Computer einklariert(leider nur ein einziger für diesen Zweck vorgesehen, was zu Wartezeiten führt), der Ausdruck wird wieder unbesehen bestätigt und auch die Mooring-Gebühren werden gleich kassiert. Anschließend gehen wir noch ein bisschen durch die Ortschaft und einkaufen, und dann geht es gleich wieder zurück zum Schiff – es folgt ein weiterer gemütlicher Abend an Bord.

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N 15° 33' W 61° 27'

Tag 206+207: St. Pierre, Überfahrt nach Dominica

07.02.2012

Am Montag besuchen wir gleich nach dem Frühstück wieder die Tourist-Info, wo man kein Englisch versteht, um auszuklarieren. Das geht wieder über Computer, und der Ausdruck wird unbesehen unterschrieben und abgestempelt – hoffentlich ist es der richtige. Danach gehen wir noch zum “Only”-Shop unser Internetkonto aufladen – die Megabytes sind halt recht schnell verbraucht, obwohl die Verbindung hier sehr langsam ist. Am Markt kaufen wir noch ein bisschen ein – es ist aber alles viel teurer als am Samstag – heute ist weniger Konkurrenz. Nachdem die Brandung durch den in die Bucht herein laufenden Schwell seit heute Morgen ziemlich kräftig geworden ist, kommt anlanden mit dem Dingi nicht in Frage – der geplante Gasflaschentausch wird also verschoben. Gegen Abend fahren wir mit dem Dingi dann wieder zum Steg – ein nettes Restaurant für ein Abschiedsessen suchen. Das nette Strandrestaurant gegenüber von unserem Liegeplatz hat leider geschlossen und das Restaurant beim Anlegesteg noch nicht geöffnet – es bleibt uns also gar nichts anderes übrig als die Wartezeit mit einem Rum-Punch zu überbrücken. Das Abendessen wird dann aber recht gut, obwohl das Restaurant eher ungemütlich ist (Nachtisch: flambierte Bananen mit Honig…).

Am Dienstag geht es sehr früh aus den Kojen und nach dem Frühstück brechen wir bei Regenwetter (Regenbogen inklusive) nach Dominica auf, wo es angeblich noch mehr regnet (regenreichste Karibikinsel). Die Überfahrt wird etwas ruppig – zwischen den Inseln haben wir Wind mit 20-25 kn, teilweise bis 30 kn, die Wellen entsprechend kräftig, von der Seite. Wir haben daher stark gerefft und kommen auch nur eher langsam weiter. Wir planen gleich in den Norden der Insel zu fahren – an der Hauptstadt Roseau vorbei. Sobald wir in die Abdeckung von Dominica kommen, wird das Meer ruhiger, der Wind allerdings variiert von 5 bis 25 kn, nahezu aus allen Richtungen. Wir lassen also die Maschine laufen, der Wassermacher hat auch wieder was zu tun. Noch vor Sonnenuntergang erreichen wir die Stadt Portsmouth in der “Prince Rupert Bay”, wo zahlreiche Schiffswracks am Ufer liegen. Für die ca. 55 sm hierher haben wir nur etwas mehr als 10 Stunden gebraucht. Im Scheitel der Bucht , bei der Mündung des “Indian River” werfen wir unseren Anker – hält gut (bei den Böen, die von den Hügeln kommen, auch notwendig). Kaum liegen wir fest, kommt auch schon ein Boat-Boy, um uns einen Ausflug zum Indian River anzubieten – wollen wir ja auch machen. Den fragen wir gleich, wo man einklarieren kann – ist etwas weiter weg, wird erst morgen erledigt. Aber es gibt hier wenigstens ein Bezahl-Internet, wo man eine Stunde gratis Probesurfen kann…

 

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N 14° 44' W 61° 10'

Tag 204+205: St. Pierre, Martinique

05.02.2012

Am Samstag geht es gleich nach dem Aufstehen an Land – in der Halle neben dem Anlegesteg herrscht bereits buntes Treiben, der Markt ist bereits gut besucht. Vereinzelt gibt es kleine Fische zu kaufen, hauptsächlich aber Obst und Gemüse. Für unser Frühstück haben wir uns diesmal die kleine Bäckerei ausgesucht, die auch frischen Kaffee und Getränke anbietet. Nach dem Frühstück gehen wir zu dem Autoverleih, der nur vormittags geöffnet hat – aber auch hier gibt es keine Autos. Nachdem wir uns am Markt mit frischem Gemüse und Bananen eingedeckt haben, geht es wieder zurück zum Schiff – ein neuerlicher Reparaturversuch des Dingis steht auf dem Programm. Glücklicherweise ist das Wetter besser geworden – es hat seit gestern nicht mehr geregnet, der Mont Pelee hüllt sich aber immer noch in Wolken. Am Nachmittag erfolgt dann der erste Test der Dingi-Flickstelle mit Seifenwasser – diesmal scheint sie zu halten. Später ist dann noch Waschtag geplant – während die Wäsche in der Maschine ist, würden wir gerne in einem Internetcafe ein bisschen Neuigkeiten aus der restlichen Welt abrufen, unser “Only”-Internetanschluss ist hier schrecklich langsam und überdies ja auch recht teuer. Nachdem wir also zwei Waschmaschinen in der Münzwäscherei gefüllt haben, machen wir uns auf die Suche – leider nichts zu finden – wir haben unsere Laptops umsonst mitgenommen. Nachdem wir auf das Freiwerden des Trockners noch warten müssen, ist es schon dunkel, bis wir mit unseren Wäschesäcken (und zwei frischen Baguettes) wieder an Bord sind.

Am Sonntag fahren wir bald nach dem Frühstück mit dem Dingi ans Ufer – diesmal nicht zum Anlegesteg. Am Ufer, direkt gegenüber von unserem Liegeplatz, ist ein kleines Restaurant zu sehen, wo es Internet geben sollte. Das Restaurant ist aber leider geschlossen, aber noch etwas weiter südlich sollte es Internet bei einem anderen Restaurant geben. Wir wandern also ein Stück den Strand entlang dorthin – aber auch dort kein Internet. Nachdem wir in der Nähe der Tankstelle sind, frage ich gleich wegen Gasflaschentausch – das ginge hier. Wir haben zwar erst eine von unseren drei Flaschen geleert, aber wir werden morgen trotzdem die Gelegenheit nützen. Unser Dingi scheint inzwischen auch dicht zu sein, allerdings ist der Vergaser wieder leicht verstopft – muss gereinigt werden. Aber zunächst einmal machen wir uns einen ruhigen, gemütlichen Nachmittag an Bord, beobachten die Schiffe rund um uns – es herrscht reges Kommen und Gehen – gehen schwimmen und lesen in unseren Büchern.

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N 14° 44' W 61° 10'

Tag 202+203: St. Pierre, Martinique

03.02.2012

Am Donnerstag verlassen wir bald nach dem Frühstück unsere schöne Vulkansandbucht, in der es in der Nacht und am Vormittag regelmäßig zu regnen scheint – aber es gibt immer wieder schöne Regenbögen. Nach St. Pierre ist es nicht weit, und für die paar Meilen werden die Segel erst gar nicht ausgerollt, außerdem läuft auch wieder der Wassermacher. Es ist halt sehr angenehm, ausreichend Süßwasser zum Duschen und Geschirr waschen zu haben. Schon nach etwa einer Stunde lassen wir unseren Anker vor dem Strand von St. Pierre fallen – in guter Gesellschaft – auch ein paar Schiffe, die wir von anderen Inseln kennen, sind schon da. Nach dem Mittagessen machen wir das Dingi klar, das leider noch immer Luft verliert – der Kleber, den ich besorgt habe, dürfte doch nicht so optimal sein. Dann geht es hinüber zum großen Steg, an dem schon einige andere Dingis liegen. Zuerst gehen wir zur Touristeninformation wegen eines Stadtplans und fragen auch gleich wegen eines Autoverleihs. Dann besuchen wir das Vulkanmuseum mit vielen vorher/nachher-Fotos des großen Ausbruchs des Mt. Pelee von 1902. Man sieht geschmolzenen Hausrat und andere Fundstücke, auch die berühmte Kirchenglocke, die zerbrochen und ganz verbogen ist, wird dort ausgestellt. Die Ruinen des Theaters kann man besichtigen und natürlich auch die Gefängniszelle, in der einer der wenigen Überlebenden der Katastrophe (lange Zeit glaubte man, er wäre der einzige gewesen) vor den brennenden Gasen und der Aschewolke halbwegs geschützt war. Nach einem Bummel durch das Städtchen und dem Besuch der Kathedrale genehmigen wir uns noch einen Kaffee und ein Bierchen, und nachdem wir noch ein bisschen eingekauft haben, geht es zurück an Bord. 

Am Freitag fahren wir erst am Nachmittag wieder hinüber zum Anlegesteg – Autoverleih und Wäscherei suchen. Wäschereien gibt es sogar zwei – mit Münzautomaten, durchgehend geöffnet, am Samstag wird also Waschtag sein. Auch den Autoverleih finden wir, nur hat der vor Ende Februar keine Autos. Der zweite Verleih, den wir finden, hat überhaupt nur am Vormittag geöffnet. Unterwegs besuchen wir noch die Ruinen der alten Kirche des ehemaligen Forts, und die Ruinen der Vorratshäuser direkt am Ufer. Vor dem Ausbruch des Mt. Pelee war St. Pierre mit über 30.000 Einwohnern der Hauptumschlaghafen für die ganze Region. Auf den alten Fotos sieht man ja auch zahlreiche, große Segel- und Dampfschiffe vor der Reede von St. Pierre – jene, die zum Zeitpunkt des Ausbruchs da lagen, sind alle verbrannt. Am Samstag ist Markttag in der Halle, die direkt neben dem Anlegesteg steht, dort werden wir uns mit Obst und Gemüse versorgen – wir kaufen also nur ein paar Kleinigkeiten ein, bevor es wieder zurück zum Schiff geht.

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