Ein Jahr unterwegs mit der Volare

N 14° 43' W 61° 10'

Tag 200+201: Vulkansandbucht, Martinique

01.02.2012

Am Dienstag wird gleich nach dem Frühstück der Anker gelichtet, und wir machen uns auf den Weg nach St. Pierre. Wir haben recht angenehmen Wind für einen Raumschot-Kurs, nur mit der Genua geht es entlang der Küste nach Norden. Allerdings ist der Wind von der Stärke her recht wechselhaft, je nach landschaftlichen Gegebenheiten. Die Maschine bleibt eingeschaltet – wir lassen auch wieder den Wassermacher laufen und können die Stellen mit weniger Wind dadurch gut überbrücken. Bereits gegen Mittag kommt die Bucht von St. Pierre in Sicht – vor der Küste liegen schon einige Segler vor Anker. Nachdem wir eigentlich Lust auf ein paar Tage in einer einsamen Bucht hätten und eine solche an der Küste gerade zu sehen ist, fahren wir dorthin und haben Glück: eine kleine Bucht mit einem schmalen Sandstreifen am Ufer vor hoch aufragenden Sandsteinfelsen – kein Mensch zu sehen und anscheinend ist die Bucht auch vom Land her nicht erreichbar. Wir tasten uns vorsichtig hinein und werfen den Anker mitten in der Bucht. Die Ankerkontrolle zeigt, dass er sich gut im Sand eingegraben hat und auch keine bösartigen Felsen in der Nähe lauern. Der Sand am Ufer ist eine interessante Mischung aus schwarzem Lavasand und weißem Korallensand, die ansonsten namenlose Bucht wird von uns daher gleich Vulkansandbucht getauft. Außer einem Schnorchler ist niemand zu sehen – hoch oben auf dem Rand der Bucht ist das Dach eines Hauses zu erkennen, ansonsten liegen wir hier wie Adam und Eva im Paradies.

Am Mittwoch Vormittag scheint sich wieder ein Regentag zu entwickeln – mit nicht allzu langen Pausen. In einer der Pausen schwimmen wir hinüber an den Strand, ein paar Fotos machen und uns ein bisschen umsehen. Der Strand dürfte tatsächlich nur vom Meer aus erreichbar sein, die kleinen Flussläufe, die sich zwischen den Sandsteinfelsen eingegraben haben, sind sehr steil und kaum zu begehen. In einer der Höhlen – eigentlich nur ein überhängendes Sandsteindach, wo man vor dem Regen geschützt ist, scheinen eine Zeit lang Menschen gelebt zu haben, man erkennt eine Feuerstelle und die Stacheln eines der Seeigel, die hier offenbar verzehrt wurden, trete ich mir prompt in den Fuß. Dann beginnt es schon wieder zu regnen, und wir schwimmen zurück zum Schiff. Am Nachmittag ist dann deutlich besseres Wetter und wir machen es uns an Bord seeehr gemütlich – Schwimmen, Lesen, Faulenzen…

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