Ein Jahr unterwegs mit der Volare
Tag 208+209: Dominica, Überfahrt zu den Iles les Saintes
09.02.2012
Am Mittwoch fahren wir gleich nach dem Frühstück hinüber zum Anlegesteg der Fähre – dort soll man einklarieren können. Unser Boat-Boy, mit dem wir eventuell den Indian-River-Ausflug machen wollen, ist auch dort und passt auf unser Dingi auf. Das Ein- und gleich wieder Ausklarieren geht recht flott und wir vereinbaren mit unserem Boat-Boy für heute Nachmittag die Indian-River-Fahrt. Zur vereinbarten Zeit schüttet es gerade wieder – Dominica wird ihrem Ruf als regenreichste Insel der Karibik wieder einmal gerecht. Der Regenguss dauert nicht lange und dann werden wir auch schon abgeholt – die Regenjacken nehmen wir aber mit. Hinter dem Schiffswrack am Ufer beginnt der Indian River – ein schmaler, seichter Flusslauf mitten durch den Regenwald. Dort darf nur gerudert werden, und wir sehen so eine Menge Vögel von der Nähe und auch einen Leguan. Am beeindruckendsten ist aber die Vegetation – kein Wunder, dass der Fluss bei den Dreharbeiten zu “Fluch der Karibik II” für das Ambiente des Hauses der Voodoo-Hexe sorgen durfte. Wir fahren den Fluss hinauf, bis er nicht mehr schiffbar ist, dort machen wir noch einen Stopp bei einer Dschungel-Bar, die auch abenteuerliche Übernachtungsmöglichkeiten anbietet. Nach einem Rum-Punch und einem Bier für unseren Boat-Boy geht es das Flüsschen wieder stromabwärts – wir haben Glück, während unseres Ausflugs regnet es nicht, aber kurz bevor wir zum Schiff kommen, schüttet es wieder. Alles in allem ein lohnenswerter Ausflug.
Am Donnerstag machen wir uns gleich nach dem Frühstück auf den Weg zu den Iles les Saintes (angeblich von Kolumbus so getauft, weil er sie am Allerheiligentag entdeckt hat), die ebenfalls zu den schönsten Karibikinseln zählen. Solange wir in der Abdeckung von Dominica sind, haben wir wieder Wind aller Arten: von 3-4 kn bis zu 25 kn Fallböen und Richtungswechsel von West über Nord und Ost zu Süd. Später haben wir dann wieder recht kräftigen Wind zwischen 20 und 30 kn, das Maximum lag bei 33 kn. Die Wellen kommen wieder von der Seite und lassen uns kräftig schaukeln – diese Situation ist wahrscheinlich überall zwischen den Inseln anzutreffen, außer, dass der Passat heuer außergewöhnlich kräftig zu sein scheint. Mit halbem Wind kommen wir aber recht gut voran und brauchen für die ca. 22 sm etwas über 4 Stunden. Zwischen den malerischen Felsinseln im Süden der Inselgruppe hindurch geht es zum kleinen Städtchen Bourg des Saintes, wo wir einklarieren müssen. Die Bucht ist gut mit Schiffen belegt, sogar ein großes Kreuzfahrtschiff (Wind Surf) liegt hier vor Anker. Die Bucht ist mit Mooring-Bojen zugepflastert und man kann kaum ankern, also legen wir uns an eine der wenigen freien Bojen. Nach dem Mittagessen geht es mit dem Dingi hinüber ans Ufer – der großzügige Dingi-Steg ist auch ziemlich zugeparkt, aber wir finden noch ein Plätzchen. Einklariert wird hier in einem Internet-Shop, dem “LSM” – Les Saintes Multiservices, der auch alle möglichen Dienstleistungen (Müllentsorgung, Lebensmittel und frisches Brot wird an Bord geliefert, etc.) anbietet. Dort wird wieder per Computer einklariert(leider nur ein einziger für diesen Zweck vorgesehen, was zu Wartezeiten führt), der Ausdruck wird wieder unbesehen bestätigt und auch die Mooring-Gebühren werden gleich kassiert. Anschließend gehen wir noch ein bisschen durch die Ortschaft und einkaufen, und dann geht es gleich wieder zurück zum Schiff – es folgt ein weiterer gemütlicher Abend an Bord.

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