Karibik 2008 - Adventure for all
1.Tag: Anreise Martinique
27.01.2008
Die Motivation zu diesem Törn entstand schon vor vielen Jahren, als Skippy den Segelschein machte und der Beschluss folgte, zu seinem 40-iger in der Karibik Segeln zu gehen.Crew: Hannes (Skippy), Walter (Devil´s Cook), Jürgen (Broker), Herbert (Co-Broker), Peter (Dogsboy), Christian (Lookout), Mario M. (Medicine Man), Thomas (Mechanic), Mario V. (Dispose of Garbage)Endlich war es soweit! Die Reise begann mit zwei Autos aus dem Traunviertel und Innviertel über Passau nach München.Der Parkplatz wurde gefunden und ab ging es zum Check In mit VIEL, VIEL Gepäck! Danach noch ein gutes Bier am Flughafen.Von München nach Paris CDG, und dann von ORLY nach Fort de France. Der Flug war sehr anstrengend!Endlich in Martinique angekommen, wartete bereits ein Taxi für 8 Personen (wir waren 9!) auf uns und brachte uns zur Marina – ja da lag sie nun die CIRIQUE, eine Lagoon 470 – unser zu Hause für die nächsten 2 Wochen!Beziehen des Schiffes und ab in die "Mango Bar" zum Essen und …. Im Anschluss noch einige Drinks an Deck – mit einer Begegnung der "deutschen Art", welche einige meiner Crewmitglieder etwas mitgenommen hat. Die wilden Schilderungen ("Ihr seit ja Lebensmüde, wenn Ihr bis Trindad/Tobago segelt; Monstertrip; starke Atlantikwelle; ein Skipper der noch nie hier gesegelt ist-ein Wahnsinn;….) des "Profiskippers" (erfährt ja schon 4 Jahre in der Karibik – hat aber kein Benehmen) brachte etwas Unruhe in die Mannschaft, welche aber nach den ersten Schlägen wieder verschwand. Die M&M´s (Mario M.& Mario V.) hielten mit den Nachbarn am längsten die Stellung.
2.Tag: Einchecken, bunkern, ablegen und baden/St. Anne
28.01.2008
Am Morgen des 2.Tages bekam Skippy die Tragweite der Begegnung der deutschen Art mit.
Einige der Crewmitglieder waren verunsichert. Nachdem noch mit dem Herr der Charterfirma bei der Übernahme gesprochen wurde, und der meinte es sein kein Problem, wurde beschlossen, 2-3 Tage zu segeln und dann den weiteren Verlauf zu beschließen.
Die Übernahme ging gut über die Bühne. Weiters wurden auch einige Schäden im Außenbordbereich festgestellt und festgehalten. Ansonsten soweit alles in Ordnung und vollzählig. Die Kaution wurde hinterlegt, die Flagge für Trinidad/Tobago besorgt und ab zum ausklarieren. Habe nicht gedacht, dass das Schreiben auf einer franz. Tastatur schwierig sein kann.
Während der Übernahme bekamen wir die per Internet vorbestellte Lieferung von Caribizz – das ist einfach super, da man sich Zeit und eine große Schlepperei erspart!
Unterdessen sind 6 Mann zum Einkaufen des Restes unterwegs gewesen.
Etwas später aber doch ging es gegen 1240 los!
Ab durch die interessante Hafenausfahrt von Le Marin (viele Riffs auf beiden Seiten, gestrandete Schiffe, viele schöne Yachten vor Anker, und DIESEGEGEND!!!!!) raus bis vor den Strand von St. Anne zum ersten Badestopp. EINWAHNSINN!!!!2.Tag: St. Anne - Rodney Bay/St.Lucia
28.01.2008
Ab Richtung Süden. Nach einem ersten ausgiebigen Bad galt es Anker auf und ab ging es.
Der Hunger wurde unerträglich und so konnte sich Devil´s Cook, samt seinem Assistenten, das erste Mal so richtig austoben (Es gab Sandwiches mit geräuchertem Huhn und hervorragender Creolischer Sauce).
Bei Ankunft in der Rodney Bay konnte kein gemeinsam Beschluss gefasst werden, ob wir im Innenbereich oder vor Pigeon Island vor Anker gehen sollen. So wurde zuerst einmal der Innenbereich befahren (Schöne, eingezäunte Häuser, Boote vor den Häusern…. Money, Money – Mafia?) um schließlich vor Pigeon Island zu Ankern. Hier hatten wir die erste Begegnung mit einem Einheimischen, bei dem wir im Tausch für 2 GinTonic eine Obstschale aus Bananenblättern bekamen sowie sich unser Lookout mit einer adäquaten Kopfbedeckung ausrüstete. Der Sonnenuntergang gibt einem ein gutes Gefühl.
Die angedachte Strandbar hatte leider nicht offen, und so fuhren wir mit unserem Dinghi zu Acht (groß genug und Gott sei Dank 25 PS AB!!!! SUPER!!! Nicht wegzudenken.) zum Abendessen zum Marinabereich.
Bei „Scuttlebutts Bar & Grill“ waren wir sehr gut aufgehoben.
Die Nacht war angenehm ruhig.
3.Tag: Rodney Bay – Admiralty Bay/Bequia
29.01.2008
Tagwache an diesem Tag war sehr früh (Anker auf 0630), da wir ein längeres Etmal vor uns hatten. Frühstück gab es unterwegs.
Kurz nach verlassen der Bucht sahen wir ein großes Schiff mit schwarzem Rumpf. Es gab nur 2 Möglichkeiten: Queen Mary 2 oder Queen Elisabeth 2.
Als wir näher kamen wurde das Geheimnis gelüftet: Queen Mary 2. Sie lag vor Castries.
Am Pier in Castries lag noch die Crown Princess. Die Schiffes sind schon ganz schön groß, im Verhältnis zu unserer „großen Yacht“. Na ja.
Nach dieser morgendlichen Begegnung ging es weiter vorbei an den Pitons und St. Vincente nach Bequia. Kurze Zeit begleiteten uns auch Delphine.
Der Tag stand ganz unter dem Motto Spaß haben, Diskussionen, ein Fotoshooting von oben und…..
Vor der Hafeneinfahrt kam die „Rocket“ zum ersten Mal zum Einsatz. Einige wagten den Höllenritt über die Wellen.
Leider mussten wir feststellen, dass sich bei unserem Dinghi ein Flickflecken gelöst hat und Luft verlor. Daher beschlossen wir nach dem Ankermanöver den herankommden Shean Williams sein Angebot für den abendlich Taxidienst anzunehmen. Zuerst chauffierte er Skippy und DC (Devil´s Cook) an Land, um die Formalitäten zu erledigen (Einklarieren und Ausklarieren für Mittwoch Mustique). Abends fuhren wir (in teilweise strömenden Regen) zum Restaurant „Devil´s Table“. Es dauerte einige Zeit bis unser Tisch fertig war. Das Essen war danach gut. Manche Crewmitglieder hatten Angst dass wir ausgeraubt würden à dem war nicht so.
Der Liegeplatz war wiederum ruhig.
4.Tag: Admiralty Bay/Bequia – Britannia Bay/Mustique
30.01.2008
Tagwache war wieder einigermaßen früh. Shean kam, spät aber doch, wie vereinbart mit einem neuen Kleber für unser Dinghi (unserer auf dem Schiff war schon etwas eingetrocknet, also nicht nur die Füllmenge bei Übernahme prüfen!). Es dauerte einige Zeit. Anfangs schien es gut auszusehen, aber, wie sich später herausstellt, hielt er nicht!
„Daffodil“ wurde angefunkt für Wasser und Diesel. Hat sehr gut funtioniert. Die „Daffodil´s“ bargen auch noch schnell einen Herrenlosen Katamaran, welcher sich von seinem Ankerplatz losriss. Zu unserem Glück, da dieser auf uns zu trieb! (Gute Aktion!)
Mittags ging es dann los. Ein schöner Segelnachmittag nach Mustique stand uns bevor.
Der Nachmittag war für unseren Mechanic (und auch den Rest der Crew), nach dem Genuss von einigem „zu Vielem“, eine starke, anstrengende Wanderung durch viele Abschnitte seines Lebens.
Angekommen gabs gleich einmal eine Besichtigung von Basil´s Bar. Ursprünglich wollten wir an diesem Abend weiter nach Tobago. Doch die „Mystik“ der Insel nahm uns gefangen und so wurde beschlossen, hier zu bleiben und erst einen Tag später weiter zu fahren.
Bei Basil fand zu diesem Zeitpunkt ein Blues Festival statt, für welches für den Abend gleich ein Tisch reserviert wurde.
Der Abend war spitze und very britisch! Das Festival (Dana Gillespie, Ronnie Jones, Zach Prather, Papa George, Steve Simpson. and the London Blues Band: Julien Brunetaud, Dino Baptiste, Jake Zaitz, Jeff Walker, Mike Paice, Darby Todd and Enrico Morena. Special Guest: Felix Dennis) ein HAMMER!!! Empfehlenswert.
5.Tag: Britannia Bay/Mustique
31.01.2008
Um Mitternacht, nachdem die ersten an Bord gebracht wurden, kam es zu dem folgenschweren Ausrutscher von DC, bei dem er sich 2 Frakturen im Knöchelbereich des linken Fußes zuzog. Die medizinische Versorgung war sehr gut (spezieller Dank an dieser Stelle an Dr. Michael Bunbury).
Der Rücktransport war sehr heftig und abenteuerlich!!!
Starke Brandung – Beiboot mit Wasser voll – Herbert im Wasser – abgesoffenes Handy – um nur die Highlights zu nennen!!!
Der Liegeplatz war sehr unruhig!
Der Tag gehörte ganz der Organisation des Rücktransportes von DC nach Österreich.
Außerdem musste nochmals einklariert werden.
Dr. Bunbury war uns sehr behilflich bei der Abwicklung mit der Versicherung. Nach einiger Zeit des Wartens auf Antworten aus Österreich startete DC um 1600 mit „seinem Privatflieger“ (mit manueller Aircondition) nach Martinique.
Dort kam er ins Krankenhaus von wo er von einem Arzt aus Europa abholte und am Sonntag zurück nach Österreich begleitete wurde. Es funktionierte alles sehr zufriedenstellend.
Danach machte sich der Rest auf zu einer Inseltour und am Abend ging es wieder ab zu Basil. Unsere Einheitsleiberl sorgten für Aufsehen („Profiseglercrew“).
Die Nacht war wieder sehr unruhig!
6.Tag: Britannia Bay/Mustique – Nachtfahrt Richtung Tobago
01.02.2008
Am frühen Vormittag, nach einem guten Frühstück, machten wir eine Besprechnung für den weiteren Törnverlauf. Ursprünglich war vorgesehen nach Tobago und anschließend nach Trinidad zum Karneval zu segeln. Da wir aber durch den Unfall unseres DC einen zusätzlichen Tag auf Mustique verbrachten, wurde die Zeit etwas knapp.
Mein Vorschlag, einen Nachtschlag nach Tobago zu machen, dort bis Montag zu bleiben und von dort wieder einen Nachtschlag retour in die Cays zu machen, wurde einstimmig angenommen (sonst Nachtfahrt bis Samstag nach Tobago, unter Tags Tobago besichtigen, Nachtfahrt nach Trinidad, Sonntag/Montag Karneval Trinidad, Montag auf Dienstag Nachtfahrt zurück in die Cays). Diese Planänderung hielten wir alle für stressfreier, noch dazu, da nur mehr 2 Wachen für die Nachtfahrten zur Verfügung standen.
Beschlossen, getan!
Anker auf, ab zum Bunkern nach Bequia. Es war ein schöner ruhiger Segeltag.
Nach dem Bunkern machten wir uns auf Weg zur Insel Petite Nevis, wo wir im Bereich vor den alten Walfängeranlagen ankerten. Dieser Platz ist sehr gut zum Schnorcheln.
Nach dem wir dort den Nachmittag verbrachten, lichteten wir gegen 17:00 den Anker und begannen unsere erste Nachtfahrt. Teils unter Motor, teils unter Segel ging es ab Richtung Süden. Die Nacht verlief ruhig, der Nordatlantik zeigte sich von seiner guten Seite.
7.Tag: Nachtfahrt nach Tobago – Tobago
02.02.2008
Auch die zweite Nachthälfte verlief ruhig. Endlich war es soweit, und Tobago tauchte bei Sonnenaufgang am Horizont auf. Wir nahmen Kurs auf Scabourough, wo wir im Hafenbecken in Deckung der Pier und des Wellenbrechers vor Anker (11:00) gingen. Skippy und Broker begaben sich umgehend an Land, um die Einreiseformalitäten zu erledigen. Kein leichtes und kurzes Unterfangen. An diesem Samstag mochten noch viele einklarieren. Der Mann der Imigration war nur als Reserve da, und wer nicht auf seine Wellenlänge aufsprang, braucht ewig (Deutsches Ehepaar brauchte 3 Stunden rein beim Imigration)! Nachdem wir endlich nach ca. 2 Stunden an der Reihe waren ging es eher flott. Es musste nur die ganze Crew antanzen zur Gesichtskontrolle. Nach einer schwachen Stunde war es erledigt.
Da wir am Montag ausklarieren wollten, erkundigten wir uns bereits über die Zeiten, welche an diesem Tag nicht sehr üppig waren. Beim anschließenden Customer-Check wollte der nette Tobagoinaer zuerst nichts eingetragen, dann schon wieder. Im Fernseher konnten wir währenddessen eine Live Übertragung vom Karneval aus Trinidad mitverfolgen. SUPER!!!
Die vor der Tür wartende Crew fand unter einem kleinen Vordach Zuflucht vor den vom Himmel fallenden Wassermassen. Ende der Formalitäten war gegen 15:30.
Der Hunger war groß und somit auch die RIESENPIZZAS.
Zurück auf unsere CIRQUE und ab in die Store Bay / Pigeon Point. Beim Ankermanöver streikte plötzlich die elektrische Winde eine Zeit lang.
Wir verbrachten den Abend an Bord. Die Nacht war angenehm ruhig.
8.Tag: Tobago
03.02.2008
Tobago day ist angesagt!
Broker versuchte wieder einmal ein Reparatur Set für unser Dinghi zu bekommen.
Anstelle organisiert er ein Taxi für eine Inselrundfahrt – Regenwald, schöne Buchten, Wasserfälle und viel mehr lassen grüssen und den Tag zu einem schönen Erlebiss werden!
Dispose of Garbage und Skippy schaffen es, dass Dinghi mit Superkleber länger dicht zu bringen.
DC fliegt heute retour von Martinique nach Österreich.
Skippy und Dispose machten mit CIRIQUE einen Standortwechsel vor die Hotels in Clifton Bay, wo nach längerem warten auch der Rest der Crew wieder auftauchte.
Das erste Anlanden mit dem Dinghi ist missglückt, und so ging die an Land befindliche Crew in die nächste Bar, was sich als eine sehr gute Idee herausstellte. Beim zweiten Versuch fanden wir, nach einigen erneuten Problemen und dem Rat von Einheimischen, einen Weg an Land und besuchten ebenfalls die Bar, wo es schon lustig zuging. Weiter ging es in die Stadt, wo sich aber nichts tat. Nach einem kleinen Mitternachtsimbiss ging es zurück an Bord.
9.Tag: Clifton Bay – Scabourough – Nachtfahrt Richtung Grenadines
04.02.2008
Nach dem Frühstück Anker auf und zurück nach Scabourough zum Ausklarieren und Karneval, da uns gesagt wurde, dass da am Montag die Hölle unter Tags los sein soll!
Das Ausklarieren haben wir gerade noch geschafft, da der Man of Imigration bereits das Büro verlassen wollte als wir ankamen. Es klappte dennoch und anschließend begaben wir uns wieder aufs Schiff um uns für den Karneval in die Montur zu schmeißen!
Ab ins Getümmel – dachten wir jedenfalls! Aber es tat sich nichts! Außer ein paar Übriggebliebene vom Jouvert („schmutziger Karneval“) von letzter Nacht und einigen Schaulustigen war nichts los. Es wurde uns jedoch wieder versichert, dass es in „einer Stunde“ los geht!
Also beschlossen wir uns mit Hühnchen (very spicy and goood!!!) zu stärken.
Schließlich sahen wir ein Treiben auf der Straße – Kids Vorführungen vor den Judges.
Jetzt war es gewiss: Es war Kids Carnival auf Tobago und mitten drinnen 7 verkleidete Oberösterreichern (und die kamen auch prompt ins Fernsehen!!!)!
Nachdem wir dem Ganzen eine Zeit lang folgten gingen wir zurück aufs Schiff, stärkten uns und liefen zur zweiten Nachtfahrt retour Richtung Norden aus. Ziel sollte eine Insel nördlich Grenada werden.
Die Ankerwinsch bereitete uns wieder Probleme.
Nach kurzer Zeit setzten wir die Segel und ab ging es mit einer starken bis steifen Brise und einem ruppigen Nordatlantik. Von Weitem konnte man die Bohrinseln erkennen.
Nach Einbruch der Dunkelheit war manchmal das Radar voll mit Anzeigen und auch am Horizont sah man die „englische Armada“! Die Überfahrt stellt sich als sehr anspruchsvoll dar. Selbst die fliegenden Fische konnten sich vor uns nicht mehr retten und wurden an Bord gespült (soll ich sagen, dass das der einzige Fischfang in 2 Wochen war, obwohl fast immer die Angel ausgelegt war – es ist so!). Auch Skippy musste feststellen, dass ein Katamaran noch viel wildere Geräusche von sich gibt als ein Monohull. Das Radar war ständig besetzt und die Segel gerefft.
